Lern-Apps für die Grundschule: was unabhängige Tests, Datenschutzprüfungen und Studien sagen
ANTON, sofatutor, Antolin und andere: was Prüfstellen, Datenschutzanalysen und Studien über Lern-Apps für die Grundschule herausgefunden haben, was die Abos kosten und wie Sie eine App selbst prüfen.
Kurz gesagt
- Einen unabhängigen Gesamttest von Lern-Apps für die Grundschule gibt es nicht, auch nicht von der Stiftung Warentest; es gibt nur Teilprüfungen zu Datenschutz, Pädagogik oder Service.
- „Keine Tracker“ heißt nicht „keine Daten“: Auch ANTON, in dessen Android-App Exodus Privacy laut Bericht vom 08.10.2026 keine Tracker fand, speichert den Lernfortschritt auf eigenen Servern.
- In einer Metaanalyse halfen gut gemachte Apps vor allem bei eng umrissenen Fertigkeiten, meist im Unterricht; bei Kindern ab Kindergarten bis Klasse 3 war der Effekt etwa halb so groß wie bei Vorschulkindern.
- Fragen Sie vor einem Abo an der Schule nach einer Lizenz; sofatutor und Learnattack berechnen nach der ersten Laufzeit laut ihren Bedingungen den regulären Preis.
Was unabhängige Prüfungen sagen
Wir haben die Apps noch nicht selbst getestet. Hier steht, was unabhängige Prüfstellen, Datenschutzanalysen und Studien herausgefunden haben (Stand Oktober 2026).
Einen unabhängigen Gesamttest von Lern-Apps für die Grundschule, der Lernwirkung, Datenschutz und Kosten zusammen prüft, gibt es nicht. Es gibt Teilprüfungen: Datenschutzanalysen, pädagogische Einschätzungen, Preise mit Kinderjury und Zeitschriftentests. Jede beantwortet eine andere Frage.
Stiftung Warentest: Nachhilfe und Spiele, keine Lern-Apps
Lesen Sie „laut Stiftung Warentest“ im Zusammenhang mit einer Lern-App, lohnt ein zweiter Blick. Getestet hat Warentest Online-Nachhilfe (Heft 2/2024): sieben Anbieter, zwei davon mit „Gut“. Lern-Apps wie ANTON oder sofatutor waren nicht im Test.[1] Was über Nachhilfe bekannt ist, steht im Beitrag zur Nachhilfe. Im Mai 2024 prüfte Warentest außerdem 16 Spiele-Apps für Android, darunter Minecraft und Roblox; alle hatten gravierende Mängel in ihren Datenschutzerklärungen.[2] Auch das waren keine Lern-Apps.
Computerzeitschriften und ÖKO-TEST
Die Computerzeitschrift c't hat ANTON im Januar 2021 getestet; frei lesbar ist nur, dass man mit der kostenlosen Basisversion nur online lernt.[3] Im selben Monat verglich heise fünf iOS-Apps für Mathematik in der Grundschule. Das frei lesbare Fazit: Welche App passt, hängt vor allem von den Vorlieben des Kindes ab, denn manche Apps folgen eng dem Unterricht, andere sind spielerischer.[4] Vorlieben sind etwas anderes als ein fester „Lerntyp“; warum diese Idee nicht belegt ist, erklärt der Beitrag zu Lerntypen.
Zwei neuere Tests von c't und heise, zu Tablet-Apps für die Schule (2023) und zu Lese-Apps für Schulanfänger (2025), sind nur für Abonnenten vollständig.[5], [6] ÖKO-TEST stellte 2017 nur Apps ohne Werbung und In-App-Käufe vor; keine der hier besprochenen war darunter.[7]
Stiftung Lesen: Sterne mit Begründung
Die Stiftung Lesen bewertet in ihrer Datenbank auch Apps, in Sternen für Inhalt, Lernen, Gestaltung sowie Sicherheit und Kosten. Ein Prüfdatum steht nicht dabei, Preise gelten zum Zeitpunkt der Prüfung.[8], [9] ANTON bekam fünf von fünf Sternen; die schlichte Gestaltung lenke nicht ab, wirke aber „etwas langweilig“.[9] „Antolin Lesespiele 3/4“ erhielt vier Sterne: Einige Spiele hält die Stiftung lesedidaktisch für wenig sinnvoll, sieht aber einen Beitrag zur Lesemotivation.[10] Scoyo kam auf fünf Sterne, bei Sicherheit und Kosten aber nur auf drei: Kinder konnten in der App Token für Käufe einsetzen, abgerechnet über den App-Store ohne Zustimmung der Eltern.[11]
Kinderjury und Gütesiegel
Beim Deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI nominiert eine Fachjury, dann testen Kinder in Bibliotheken und entscheiden, 2025 waren es 3.179 Kinder und Jugendliche.[12] 2020 kam „Anton PLUS“ in der Kategorie Apps auf den zweiten Platz.[13] In der Kategorie „Bildung“ gewinnen meist Lernspiele, keine Übungs-Apps für die Schule.[14], [12] Ein TOMMI zeigt das Urteil von Kindern, keine Messung des Lernerfolgs.
„Testsieger“ und „Nummer 1“: was dahintersteckt
Wirbt ein Anbieter mit einer Platzierung, fragen Sie, was geprüft wurde. 2019 testete das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) im Auftrag von n-tv acht Lernportale, und zwar den Service für Interessenten (Webseite, Telefon, E-Mail), nicht den Lernerfolg. Vorn lag kapiert.de, Scoyo kam auf den zweiten, sofatutor auf den dritten Platz, beide mit „gut“.[16] Learnattack wirbt als „Nummer 1 Lernplattform“; laut Anbieter bezieht sich das auf einen Anbietervergleich des Portals testbild.de, zuletzt abgerufen am 20.05.2022.[17] Beides misst nicht, was Ihr Kind lernt.
Datenschutz: welche Daten fließen
Die Tracker-Angaben hier stammen von Exodus Privacy. Exodus untersucht die App-Datei der Android-Version statisch auf Signaturen bekannter Tracker. Ein gefundener Tracker beweist nicht, dass er tatsächlich Daten sendet; umgekehrt kann eine App Tracker enthalten, die Exodus noch nicht kennt.[18] Jeder Bericht gilt für eine bestimmte Version, deshalb nennen wir Version und Datum immer mit.
„Keine Tracker“ heißt nicht „keine Daten“
Für ANTON liegt eine ausführliche technische Analyse vor. Der IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz hat im Dezember 2024 die Android-App in Version 1.12.0 untersucht; laut Exodus waren darin keine Tracker eingebaut. Sein Fazit: keine gravierenden Datenschutzverstöße, keine Einbindung von Google, Facebook oder Amazon. In Bezug auf Datenschutz nennt er ANTON „eine empfehlenswerte Wahl für Schulen und Eltern“.[19] Auch im Exodus-Bericht vom 08.10.2026 zur aktuellen Version 1.17.0 steht kein Tracker; die App fordert 29 Berechtigungen an, darunter Kamera und Mikrofon.[18]
Daten erhebt ANTON trotzdem: Die App protokolliert den Lernfortschritt laufend auf eigenen Servern, etwa welche Aufgabe Ihr Kind bearbeitet hat, ob richtig oder falsch, und wie lange. Kuketz sieht darin kein Problem, weil keine externen Tracking-Anbieter beteiligt sind.[19] „Keine Tracker“ heißt also: keine bekannten Drittanbieter in der App, nicht: keine Daten.
Gespeicherte Lerndaten brauchen Schutz
Wie heikel solche Daten sind, zeigte ein Fall von 2021. Im März deckte der Bayerische Rundfunk eine Sicherheitslücke bei ANTON auf: Vor- und Nachnamen, Schule, Klassenstufe, Lernstand und Login-Zeiten von Schülerinnen und Schülern waren ohne Passwort abrufbar. Laut Hersteller war die Lücke wenige Stunden nach der Meldung geschlossen. Vor dem Einsatz in Schulen prüfte laut BR damals niemand solche Apps auf Sicherheitslücken, auch kein Ministerium.[20]
Andere Apps und ihre Websites
In der Android-App, die bei Google Play als Scoyo erscheint, fand Exodus in Version 4.2.11 (Bericht vom 11.10.2026) fünf Tracker, darunter Facebook Analytics.[21], [22] Die Schlaukopf-App enthielt in Version 5.7.4 (Bericht von 2023, aktualisiert am 15.07.2024) vier, darunter den Werbedienst Google AdMob.[23] Zur Schul-App von sofatutor gibt es keinen Exodus-Bericht. Bei Google Play gibt sofatutor an, die App könne unter anderem den Standort erheben; solche Angaben machen die Entwickler selbst, Google prüft sie nicht.[24]
Auch die Websites zählen. sofatutor schickt laut Datenschutzerklärung Nutzungsdaten seiner Website an Facebook, um passende Werbung zu schalten.[25] Learnattack setzt Google Analytics ein und mit Einwilligung Werbenetzwerke von Facebook und Google; seinen KI-Tutor bietet es über WhatsApp an, das laut Learnattack erst ab 13 Jahren erlaubt ist.[26] Nutzt Ihr Kind Antolin über die Schule, ist die Schule für den Datenschutz verantwortlich.[27] Fragen dazu richten Sie dann an die Schule.
Sechs Angebote im Überblick
Alphabetisch und ohne Rangfolge. Preise laut Anbieter, Stand 11.10.2026; Tracker laut Exodus Privacy für die genannte Android-Version.
Antolin
Antolin ist ein Leseportal mit Quiz zu Büchern, das Schulen lizenzieren; Eltern können es nicht kaufen.[27] Die Apps „Antolin Lesespiele 1/2“ und „3/4“ sind davon getrennt, ihre Punkte zählen nicht im Portal.[28]
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | Westermann Bildungsmedien Verlag GmbH, Braunschweig[27] |
| Für wen laut Anbieter | Klasse 1 bis 10; über 160.700 Quiz zu Büchern, Texten und Lehrwerken[27] |
| Kosten laut Anbieter | Nur für Lehrkräfte, Schulen und Bibliotheken: Klassenlizenz 54 € pro Klasse, Schullizenz 237 € pro Schulhaus, jeweils 365 Tage; Testzugang 14 Tage kostenlos[27]. Brandenburg: kostenlose Landeslizenz für bis zu 460 Schulen bis 30.09.2027[29] |
| Tracker laut Exodus Privacy | kein Bericht; das Leseportal läuft über die Website |
| Was gespeichert wird | u. a. Benutzername, Geschlecht, Klassenstufe, bearbeitete Aufgaben und Eingaben; verantwortlich ist die Schule, der Verlag verarbeitet in ihrem Auftrag. Website: Matomo ohne Cookies, keine Social Plugins[27] |
| Prüfungen und Einschätzungen | Stiftung Lesen: 4 von 5 Sternen für „Antolin Lesespiele 3/4“, Preis zum Prüfzeitpunkt 2,99 €[10]. Österreichisches Gütesiegel nur ab Schulstufe 5[15] |
ANTON
ANTON ist eine Übungs-App, laut Anbieter mit über 200.000 Aufgaben. Bezahlt werden nur Zusatzfunktionen wie der Offline-Modus.[30]
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | solocode GmbH, Berlin[30] |
| Für wen laut Anbieter | Vorschule bis Abitur[30] |
| Kosten laut Anbieter | Lernen kostenlos und ohne Werbung für andere Produkte. ANTON-Plus (Offline-Lernen, mehr Spiele und Avatar-Optionen) ab 10 € für 12 Monate, eine Person auf allen Geräten[30]. Im App Store: Abo über 12 Monate mit automatischer Verlängerung, ANTON-Plus 9,99 €, ANTON-Plus Familie 19,99 €[31] |
| Tracker laut Exodus Privacy | 0 Tracker, Version 1.17.0, Bericht vom 08.10.2026; 29 Berechtigungen, darunter Kamera und Mikrofon[18] |
| Was gespeichert wird | Lernfortschritt laufend auf eigenen Servern, z. B. Aufgabe, richtig oder falsch, Dauer[19]. Angaben bei Google Play: personenbezogene Daten, App-Aktivitäten, App-Informationen und -Leistung[32] |
| Prüfungen und Einschätzungen | Kuketz, Dezember 2024 (Version 1.12.0)[19]; Stiftung Lesen 5 von 5 Sternen[9]; c't, Januar 2021, Urteil kostenpflichtig[3]; Sicherheitslücke 2021, laut Hersteller binnen Stunden geschlossen[20]; TOMMI 2020, Kategorie Apps, Platz 2 für „Anton PLUS“[13] |
Learnattack
Learnattack richtet sich laut Anbieter an Klasse 4 bis zum Abitur und hat keine eigene App, nur eine mobile Website.[33] Für Grundschulkinder betrifft das Angebot also nur die vierte Klasse.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | Duden Learnattack GmbH, Berlin, Tochter der Cornelsen Bildungsgruppe[33] |
| Für wen laut Anbieter | Klasse 4 bis Abitur an Gymnasien, Gesamt-, Sekundar- und Realschulen; keine App, nur mobile Website[33] |
| Kosten laut Anbieter | Bei 24 Monaten Laufzeit mit Neukundenrabatt: Basis 6,63 € statt regulär 16,58 € im Monat, KI-Tutor Premium 10,77 € statt 35,91 €, KI-Tutor Premium Plus Vokabeltrainer 19,97 € statt 49,92 €. Nach automatischer Verlängerung gilt der reguläre Preis[17] |
| Tracker laut Exodus Privacy | kein Bericht, weil es keine App gibt |
| Was gespeichert wird | Website: Google Analytics, mit Einwilligung Facebook „Custom Audiences“ und Google Dynamic Retargeting (Datenschutzerklärung, Stand 01.04.2025). KI-Tutor „Kim“ über WhatsApp, laut WhatsApp-Bedingungen ab 13[26] |
| Prüfungen und Einschätzungen | keine der hier genannten; „Nummer 1 Lernplattform“ bezieht sich laut Anbieter auf einen Anbietervergleich von testbild.de[17] |
Schlaukopf
Schlaukopf.de ist laut Anbieter kostenlos und finanziert sich über Werbung.[34]
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | Digitalwerk eG, Gomaringen; App von Appsistance und Schlaukopf[34], [35] |
| Für wen laut Anbieter | mehr als 80.000 interaktive Fragen[34]; welche Klassenstufen abgedeckt sind, vorab auf der Website prüfen |
| Kosten laut Anbieter | kostenlos und werbefinanziert, u. a. über Google AdSense und Criteo; die Premium-Version ist werbefrei[34]. Ihren Preis vor dem Abschluss auf der Website prüfen |
| Tracker laut Exodus Privacy | 4 Tracker: Google AdMob (Werbung), Google CrashLytics, Google Firebase Analytics, OpenTelemetry; Version 5.7.4, Bericht von 2023, zuletzt aktualisiert am 15.07.2024; neuere Version nicht analysiert[23] |
| Was gespeichert wird | keine Angabe in den hier genannten Prüfungen; bei Google Play als „Enthält Werbung“ gekennzeichnet[35] |
| Prüfungen und Einschätzungen | keine der hier genannten |
Scoyo
Scoyo wird eingestellt: Laut scoyo.de können keine neuen Abos mehr abgeschlossen werden, bestehende Kundschaft lernt vorerst weiter, einen Termin nennt die Seite nicht.[36] Scoyo steht hier nur, weil es in den Prüfungen oben vorkommt.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | scoyo GmbH, Berlin[36]; gehört seit September 2020 zu Futurewhiz (Niederlande), das dort die Lernplattform Squla betreibt[37] |
| Für wen | Vorschule bis Klasse 7 (laut Stiftung Lesen)[11] |
| Kosten laut Anbieter | keine neuen Abos möglich (Stand 11.10.2026)[36]; bei der Stiftung Lesen zum Prüfzeitpunkt 14,99 € im Monat[11] |
| Tracker laut Exodus Privacy | Android-App „Scoyo“ (Paket nl.squla.unitab, bei Exodus als „Squla“ geführt): 5 Tracker, AppsFlyer, Facebook Analytics, Facebook Login, Facebook Share, Google Firebase Analytics; Version 4.2.11, Bericht vom 11.10.2026[21], [22] |
| Was gespeichert wird | keine Angabe in den hier genannten Prüfungen; die Stiftung Lesen kritisierte In-App-Käufe mit Token, abgerechnet über den App-Store ohne Zustimmung der Eltern[11] |
| Prüfungen und Einschätzungen | Stiftung Lesen 5 von 5 Sternen, Sicherheit und Kosten 3 von 5[11]; DISQ-Servicetest 2019 im Auftrag von n-tv: Platz 2, „gut“[16] |
sofatutor
sofatutor bietet im Basis-Abo Lernvideos, Übungen und Übungsklassenarbeiten, im Premium-Abo zusätzlich eine Hausaufgabenhilfe per Chat rund um die Uhr und Arbeitsblätter.[38]
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anbieter | sofatutor GmbH, Berlin[39] |
| Für wen laut Anbieter | Klasse 1 bis 13; Vorschule (2 bis 6 Jahre); nach eigener Angabe über 2,1 Millionen Schülerinnen und Schüler[39] |
| Kosten laut Anbieter | Basis regulär 34,99 € im Monat, effektiv ab 11,99 € (24 Monate, Vorauszahlung 287,76 €); Premium regulär 39,99 €, effektiv ab 14,99 € (24 Monate, Vorauszahlung 359,76 €)[40]. Nach der Erstlaufzeit regulärer Monatspreis ohne Rabatt[38] |
| Tracker laut Exodus Privacy | Schul-App: kein Bericht. Vorschul-App „sofatutor Kids“: 1 Tracker (Sentry, Absturzberichte), Version 1.5.6, Bericht vom 11.10.2026[41] |
| Was gespeichert wird | Website: Nutzungsdaten über die „Facebook Conversion API“ an Facebook für Werbeanzeigen, Verarbeitung in den USA möglich[25]. Angaben bei Google Play: Die App kann u. a. den Standort erheben[24] |
| Prüfungen und Einschätzungen | DISQ-Servicetest 2019 im Auftrag von n-tv: Platz 3, „gut“[16] |
Kosten und Abos
Bei Abos zählt, was nach dem ersten Zeitraum passiert. Drei Beispiele aus den Bedingungen der Anbieter:
- ANTON-Plus ist im Apple App Store ein Abo über zwölf Monate. Es verlängert sich automatisch, wenn Sie die Verlängerung nicht mindestens 24 Stunden vor Ablauf abschalten oder kündigen.[31] Das Lernen selbst bleibt laut ANTON kostenlos.[30]
- sofatutor nennt effektive Monatspreise, die nur in der gewählten Erstlaufzeit gelten. Danach läuft das Abo zum regulären Monatspreis weiter, beim Basis-Abo 34,99 Euro statt effektiv 11,99 Euro, und ist mit einem Monat Frist kündbar.[38], [40] Wer per In-App-Kauf abgeschlossen hat, kündigt über das Konto beim App-Store.[38]
- Learnattack verlängert eine Mitgliedschaft laut FAQ automatisch um die ursprüngliche Laufzeit, wenn Sie nicht spätestens sieben Tage vor dem Ende kündigen.[33] Nach der Verlängerung gilt der reguläre Preis.[17] Nach einer Kündigung bleiben Lernvideos und Lexikon kostenlos nutzbar.[33]
Tragen Sie sich bei jedem Abo das Ende der ersten Laufzeit und die Kündigungsfrist in den Kalender ein. Was das Gesetz zu Laufzeit, Kündigung und Widerruf vorgibt, erklärt der Beitrag zur Nachhilfe.
Käufe in Apps sperren
Kosten können auch über Käufe in der App entstehen, wie die Kritik der Stiftung Lesen an Scoyo zeigt.[11] Bei Google Play können Sie für Käufe Ihre Genehmigung verlangen, das greift aber nur bei Zahlungen über Google Play.[42] Bei Apple ist die „Kaufanfrage“ für Kinder unter 13 von vornherein eingeschaltet.[43] Wie Sie das einrichten, steht im Artikel zur Kindersicherung.
Erst an der Schule fragen
Bevor Sie zahlen, fragen Sie an der Schule nach einer Lizenz. ANTON bietet Schullizenzen ab 250 Euro im Jahr an.[30] In Baden-Württemberg können Schulen ANTON über die Bildungsmediathek SESAM kostenlos nutzen, die Lizenz wurde bis Ende 2026 verlängert.[44] Für die Landeslizenz in Brandenburg (zunächst bis 31.10.2027) gibt es laut ANTON eine Warteliste.[45] Bei sofatutor können Schulen Zugangscodes kaufen, Lehrkräfte bekommen nach Nachweis einen kostenlosen Zugang.[38]
Was Studien zum Lernen mit Apps sagen
Laut KIM-Studie 2024 arbeitet jedes dritte Kind zwischen sechs und 13 Jahren, das in der Schule digitale Geräte nutzt, dort mindestens einmal pro Woche mit Lernprogrammen oder Lernquizzen (33 Prozent). Zu Hause nutzen 22 Prozent der Schulkinder mindestens wöchentlich ein Lernprogramm für die Schule.[46]
Was gut gemachte Apps erreichen
Eine Metaanalyse von Kim, Gilbert, Yu und Gale (2021) fasste 36 englischsprachige Studien zu Lern-Apps für Lesen, Schreiben und Mathematik zusammen, von der Vorschule bis Klasse 3, überwiegend randomisierte Experimente. Im Mittel verbesserten die Apps die Leistungen um 0,31 Standardabweichungen, im Lesen und Schreiben um 0,35, in Mathematik um 0,29.[47]
Der Mittelwert verdeckt große Unterschiede. Bei Kindern ab Kindergarten bis Klasse 3 war der Effekt mit 0,17 etwa halb so groß wie bei Vorschulkindern (0,35). In standardisierten Leistungstests lag er bei 0,17, in Tests, die die Forschenden selbst entwickelt hatten, bei 0,43. Bei eng umrissenen Fertigkeiten wie Buchstaben oder Zahlenkenntnis war er größer als bei breiten wie dem Leseverständnis (0,31 gegenüber 0,14).[47]
Dazu kommen zwei Einschränkungen. Die untersuchten Apps waren überwiegend hochwertig und liefen zu 92 Prozent in der Schule. Die Autoren halten ihre Ergebnisse für kaum übertragbar auf Apps, die weder lernwissenschaftlich fundiert noch streng geprüft sind.[47] Für ANTON und Co. bei freier Nutzung zu Hause gelten die Werte also nicht. Gut gemachte Apps halfen vor allem bei eng umrissenen Fertigkeiten, meist eingebettet in den Unterricht.
Mythos
Je länger mein Kind mit der App übt, desto mehr bringt es.
Was die Forschung sagt
Das ist nicht belegt. Die Metaanalyse von Kim u. a. fand keinen einheitlichen Zusammenhang zwischen Nutzungsdauer und Wirkung.[47] Mehr Zeit in der App ist also kein Ziel für sich.
Wie viel Bildschirmzeit für Grundschulkinder empfohlen wird und wie Sie Zeiten auf dem Gerät einstellen, steht im Beitrag zum Kinder-Tablet.
Woran man eine Lern-App erkennt
Schon 2015 waren im Apple App Store rund 80.000 Apps als „educational“ eingeordnet, laut Hirsh-Pasek u. a. weitgehend ungeprüft; viele haben kein echtes Lernziel. Die Forschenden beschreiben vier Säulen, die eine App lernwirksam machen: Das Kind ist geistig aktiv, nicht nur beim Wischen und Tippen. Es bleibt ohne Ablenkung bei der Sache. Es lernt bedeutungsvoll, also verknüpft mit Bekanntem. Und es erlebt soziale Interaktion. Dazu kommt ein klares Lernziel.[48] Das ist ein Rahmen aus der Lernforschung, keine Prüfung einzelner Apps.
Mit diesem Rahmen bewerteten Meyer u. a. (2021) 124 englischsprachige Apps für junge Kinder aus den US-App-Stores, darunter die 100 meistgeladenen „Education“-Apps. 58 Prozent schnitten als qualitativ schwach ab, 87 Prozent boten keine Gelegenheit zu sozialer Interaktion. Kostenlose Apps lagen schlechter als bezahlte, vor allem wegen ablenkender Effekte, Werbung und Belohnungen ohne Lernbezug; aber auch die Hälfte der bezahlten landete im unteren Bereich.[49] Ein Preis ist also kein Qualitätsnachweis.
Was über einzelne Apps bekannt ist
Kontrollierte Studien zum Lernzuwachs mit ANTON, sofatutor, Learnattack oder Antolin sind uns nicht bekannt. Zu ANTON gibt es eine deutsche Befragung: 115 Kinder aus Klasse 3 und 4 in Nordrhein-Westfalen, die ANTON regelmäßig in Mathematik nutzten, bewerteten die App 2021 im Mittel mit 3,21 auf einer Skala von 1 bis 4. Münzen und Spiele kamen auf 3,83, Tipps und Rückmeldungen nur auf 2,99. Gemessen wurde die Einschätzung der Kinder, nicht ihr Lernzuwachs. Bei individuellen Erklärungen stößt die App laut Bruhn und Bednorz an Grenzen; sie halten eine Begleitung durch Lehrkräfte für notwendig.[50]
Die Studie, auf die sich die Lernplattform Squla beruft, untersuchte 932 Kinder der zweiten Klasse in den Niederlanden im Sommer 2018. Im Kopfrechnen fielen sie über die Ferien um 0,26 Standardabweichungen zurück; wer nachweislich auf Squla übte, verlor weniger. Es war kein Zufallsexperiment, und ein Mitautor arbeitet für Squla.[51] Einen Lernerfolg der deutschen Scoyo-App, die zum selben Unternehmen gehört, belegt sie nicht.
Antolin nutzen laut Verlagsangabe über 85 Prozent der Grundschulen (Stand Anfang 2020). Trotz dieser Verbreitung gibt es nur wenige kritische Studien. Die Quizfragen schreiben zu etwa 70 Prozent engagierte Lehrkräfte und Eltern, nicht der Verlag.[52]
So prüfen Sie eine Lern-App selbst
Weil es keinen Gesamttest gibt, bleibt die Prüfung bei Ihnen. Setzen Sie sich für die ersten Runden neben Ihr Kind und probieren Sie die App gemeinsam aus.
| Darauf kommt es an | So prüfen Sie es |
|---|---|
| Ein erkennbares Lernziel | Ansehen, was genau geübt wird, und ob es zu dem passt, was gerade in der Klasse dran ist. Viele „Lern“-Apps haben kein echtes Lernziel.[48] |
| Nachdenken statt nur tippen | Beobachten, ob Ihr Kind vor der Antwort überlegt oder tippt, bis etwas passt. Wischen und Tippen allein ist noch keine geistige Beteiligung.[48] |
| Wenig Ablenkung | Auf Animationen, Werbung und Belohnungen ohne Bezug zur Aufgabe achten; sie drückten in der US-Studie die Werte kostenloser Apps.[49] Bei Google Play steht „Enthält Werbung“ im Eintrag.[35] |
| Hilfe bei Fehlern | Absichtlich eine falsche Antwort geben: Kommt nur „falsch“ oder eine Erklärung? Bei ANTON bewerteten Kinder gerade die Tipps zurückhaltend.[50] |
| Austausch mit anderen | Sich von Ihrem Kind zeigen und erklären lassen, was es geübt hat. 87 % der Apps in der US-Stichprobe boten keine Gelegenheit zu sozialer Interaktion.[49] |
| Tracker | Den Bericht zur Android-App bei Exodus Privacy aufrufen und auf Version und Datum achten. Ein gefundener Tracker beweist noch keine Datenübertragung, ein Bericht ohne Tracker keinen Verzicht auf Daten.[18], [19] |
| Erhobene Daten | Die Datenschutz-Angaben bei Google Play lesen, das sind Selbstauskünfte der Entwickler[24]; in der Datenschutzerklärung nachsehen, ob Daten an Werbenetzwerke gehen.[25], [26] Nutzt Ihr Kind die App über die Schule, dort nachfragen.[27] |
| Kosten nach dem Rabatt | Regulären Monatspreis, automatische Verlängerung und Kündigungsfrist vor dem Abschluss notieren.[31], [38], [33] Vorher nach einer Schul- oder Landeslizenz fragen.[45], [44] |
| Käufe in der App | Genehmigung für Käufe bei Google Play einschalten, bei Apple die Kaufanfrage eingeschaltet lassen.[42], [43] |
| Altersgrenzen von Zusatzdiensten | Läuft eine Funktion über einen anderen Dienst, gelten dessen Regeln, etwa bei einem KI-Tutor über WhatsApp (ab 13).[26] |
| Herkunft eines Siegels | Bei „Testsieger“ oder „Nummer 1“ nachsehen, wer was geprüft hat. Ein Servicetest oder Anbietervergleich misst nicht den Lernerfolg.[16], [17] |
Zwei frühere Anlaufstellen gibt es nicht mehr: Die App-Datenbank des Deutschen Jugendinstituts ist dauerhaft offline,[53] das Portal mobilsicher.de, das Apps auf Datenschutz prüfte, wurde am 31.12.2024 beendet.[54] Achten Sie deshalb bei jeder Bewertung im Netz darauf, von wann sie stammt.
Quellen
Wir stützen uns bevorzugt auf Übersichtsarbeiten, Leitlinien und Angaben offizieller Stellen. Zuletzt geprüft am 12. Oktober 2026.
- [1] Stiftung Warentest (Heft test 2/2024, Online-Fassung vom 16.01.2025). Online-Nachhilfe: Nachhilfeanbieter im Test. Frei lesbarer Teil, Testergebnisse kostenpflichtig. Abgerufen 11.10.2026. test.de
- [2] Stiftung Warentest (16.05.2024, test 6/2024). Spiele-Apps im Test: Ballern, Sex und Antisemitismus. Frei lesbarer Teil. Abgerufen 11.10.2026. test.de
- [3] Brandt, A. (11.01.2021). Lern-App für Schüler im Test: Anton hilft beim Üben zu Hause. c't / heise online, heise+ (Urteil kostenpflichtig). Abgerufen 11.10.2026. heise.de
- [4] heise online (18.01.2021). Hilfe beim Homeschooling: Fünf iOS-Apps für Grundschul-Mathematik im Test. heise+ (Testergebnisse kostenpflichtig). Abgerufen 11.10.2026. heise.de
- [5] Szöke, D. (09.11.2023). Digitales Lernen: Fünf Tablet-Apps für die Schule im Test. heise online, heise+. Abgerufen 11.10.2026. heise.de
- [6] Wiegand, D. (15.04.2025). Buchstaben- und Lese-Apps für Schulanfänger im Test. c't / heise online, heise+. Abgerufen 11.10.2026. heise.de
- [7] ÖKO-TEST (29.06.2017, ÖKO-TEST Juli 2017). 21 Schüler-Apps im Test. App-Liste frei, Einzelurteile kostenpflichtig. Abgerufen 11.10.2026. oekotest.de
- [8] Stiftung Lesen (o. D.). Lesetipps und Aktionsideen. Datenbank. Abgerufen 11.10.2026. stiftunglesen.de
- [9] Stiftung Lesen (o. D., ohne Prüfdatum). App-Tipp: Anton-Lernen-Grundschule bis Gymnasium. Abgerufen 11.10.2026. stiftunglesen.de
- [10] Stiftung Lesen (o. D., ohne Prüfdatum). App-Tipp: Antolin Lesespiele 3/4. Abgerufen 11.10.2026. stiftunglesen.de
- [11] Stiftung Lesen (o. D., ohne Prüfdatum). App-Tipp: Scoyo. Abgerufen 11.10.2026. stiftunglesen.de
- [12] TOMMI.kids, Büro für Kindermedien FEIBEL.DE (Dezember 2025). Gewinner 2025. Abgerufen 11.10.2026. tommi.kids
- [13] klicksafe (Oktober 2020). Kindersoftwarepreis TOMMI 2020: Gewinner stehen fest. Abgerufen 11.10.2026. klicksafe.de
- [14] TOMMI.kids (Dezember 2024). Gewinner 2024. Abgerufen 11.10.2026. tommi.kids
- [15] Bundesministerium für Bildung (Österreich) / OeAD (o. D.). Das Gütesiegel für Lernapps, mit den Einträgen zu ANTON und Antolin. Abgerufen 11.10.2026. guetesiegel-lernapps.at
- [16] n-tv.de (03.10.2019). Deutliche Service-Unterschiede: Lernportale für Schüler im Test. Bericht über eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität im Auftrag von n-tv. Abgerufen 11.10.2026. n-tv.de
- [17] Duden Learnattack GmbH (o. D.). Preise. Anbieterseite. Abgerufen 11.10.2026. learnattack.de
- [18] Exodus Privacy (Bericht vom 08.10.2026). ANTON (com.solocode.anton), Version 1.17.0. Abgerufen 11.10.2026. reports.exodus-privacy.eu.org
- [19] Kuketz, M. (03.12.2024). ANTON: Datenschutzfreundlich und verantwortungsbewusst. Schul-Apps Teil 3. Kuketz IT-Security Blog. Abgerufen 11.10.2026. kuketz-blog.de
- [20] heise online (10.03.2021). Lern-App Anton: Sicherheitslücke ermöglichte das Auslesen von Schülerdaten. Bericht über eine Recherche des Bayerischen Rundfunks. Abgerufen 11.10.2026. heise.de
- [21] Exodus Privacy (Bericht vom 11.10.2026). Squla (nl.squla.unitab), Version 4.2.11. Abgerufen 11.10.2026. reports.exodus-privacy.eu.org
- [22] Google Play (Abruf 11.10.2026). Scoyo, Die Lernapp für Kinder (nl.squla.unitab). Store-Eintrag. play.google.com
- [23] Exodus Privacy (Bericht vom 10.08.2023, aktualisiert 15.07.2024). Schlaukopf (de.appsistance.abfragerapp), Version 5.7.4. Abgerufen 11.10.2026. reports.exodus-privacy.eu.org
- [24] Google Play (Abruf 11.10.2026). sofatutor: Lernapp & Nachhilfe. Store-Eintrag mit den Datenschutz-Angaben des Entwicklers. play.google.com
- [25] sofatutor GmbH (o. D.). Datenschutzerklärung. Abgerufen 11.10.2026. sofatutor.com
- [26] Duden Learnattack GmbH (Stand 01.04.2025). Datenschutzerklärung. Abgerufen 11.10.2026. learnattack.de
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Hat Pädagogik und Informatik studiert. Schreibt hier über den Forschungsstand zum Lernen und prüft digitale Lernhilfen technisch, bevor sie hier erwähnt werden.
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