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17.06.2019

Legasthenie: Antwort auf die 10 wichtigsten Fragen

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Über 5% der Schulkinder haben enorme Schwierigkeiten, das Lesen und das Schreiben zu erlernen. Sie leiden unter einer Teilleistungsstörung, der so genannten Legasthenie. Trotz großer Anstrengungen gelingt es ihnen nur mühsam, den Anforderungen des Unterrichts zu genügen. Obwohl es inzwischen zahlreiche Untersuchungen über die Lese-Rechtschreibschwäche gibt, ist diese Beeinträchtigung noch immer nicht vollständig erforscht. Lesen Sie hier, was Sie über Legasthenie unbedingt wissen sollten.

Lesen und Schreiben nimmt in unserer Informationsgesellschaft einen immer größeren Stellenwert ein. Gerade im Internet und bei der Computernutzung sind diejenigen im Vorteil, die die Informationsflut schnell und effizient erfassen können. Deshalb ist es besonders wichtig, von Legasthenie betroffene Schülerinnen und Schüler so früh wie möglich zu erkennen und individuell zu fördern. Doch für pädagogisch unerfahrene Eltern ist das gar nicht so einfach. Sie vertrauen in den meisten Fällen auf das Urteil der Lehrerinnen und Lehrer, doch nicht jede Legasthenie wird früh erkannt. Daher ist es sinnvoll, wenn Eltern selber gut informiert sind.

Warum Sie sich bei der Diagnose nicht auf die Schule verlassen sollten

Immer wieder kommt es vor, dass eine Lese-Rechtschreibschwäche von den Grundschullehrern zu spät oder gar nicht erkannt wird. Doch nur wenn eine Teilleistungsstörung diagnostiziert wird und die Förderung frühzeitig einsetzt, kann ein der allgemeinen Begabung des Kindes entsprechender Schulabschluss erreicht werden. Nicht immer sind Lehrkräfte erfahren oder aufmerksam genug, um die Schwierigkeiten eines lese-rechtschreibschwachen Kindes zu erkennen. So kommt es immer mal wieder vor, dass Legastheniker die Grundschule ohne zusätzliche Förderung verlassen. Das führt meistens zu einem katastrophalen Start in der fünften Klasse, in der grundlegende Kenntnisse im Lesen und Schreiben vorausgesetzt werden.

Auch hier haben Jungen die schlechteren Karten

Eine neue Untersuchung zeigt, dass 27 Prozent eines Grundschuljahrgangs inzwischen als Risikokinder gelten, circa 5 bis 7% davon als von Legasthenie betroffen. Der frühere Leiter des Lehrerfortbildungsinstitut Help, Dr. Michael Imhof, bestätigt, dass viele dieser Risikokinder große Probleme haben, lesen und schreiben zu erlernen. Zwei Drittel der Risikogruppe sind seinen Angaben zufolge männlich. Alle diese Kinder bedürfen der besonderen Aufmerksamkeit von Eltern und Lehrkräften, damit eine optimale Unterstützung gewährleistet ist. Es ist also wichtig, dass Sie als Eltern die schulische Entwicklung Ihres Kindes ebenfalls aufmerksam verfolgen.

Die folgenden 10 Punkte helfen Ihnen, eine Legasthenie zu erkennen und ihr richtig zu begegnen

1. Was sind typische Fehler für einen Legastheniker?

Immer wieder taucht in der Fachliteratur das Märchen von den typischen Fehlern auf. Dabei gibt es sie gar nicht. Kinder mit großen Schwierigkeiten beim Lesenlernen oder der Rechtschreibung machen so ziemlich alle Fehler, die man sich vorstellen kann. Sie sind meist nicht in der Lage, Wortbilder korrekt abzuspeichern, Rechtschreibstrategien zu entwickeln und/oder gehörte Laute richtig abzubilden. Anstatt sich zu merken, dass der Tiger nur mit einem i geschrieben wird, findet man bei ihnen immer wieder andere Schreibweisen (z.B. Tieger, Tihger, Tiger, Tige, Tiker). Sie raten jedes Mal aufs Neue und manchmal liegen sie damit natürlich auch richtig. Aber auch bei Wörtern, die beispielsweise über eine Wortfamilie leicht zu erschließen wären, scheitern Legastheniker. Die Erkenntnis, dass Fahrrad von fahren und Rad hergeleitet werden kann, braucht bei ihnen wesentlich länger als bei anderen, weil auch dieser Wortschatz nicht gesichert ist. Da die Zeit, solches Wissen aufzuholen, in der Schule meistens nicht zur Verfügung steht, erweitert sich der Abstand zu den Klassenkameraden von Tag zu Tag mehr.

2. Wann kann man eine Legasthenie frühstmöglich erkennen?

Schon ab der ersten Klasse gibt es wissenschaftlich überprüfte Testverfahren, mit denen die Rechtschreibentwicklung von Schulkindern überprüft werden kann. Zumindest einen ersten Hinweis ergeben diese Verfahren auf jeden Fall, auch wenn sie im Laufe des nächsten Schuljahres unbedingt gegengeprüft werden sollten.

Aber auch für Vorschulkinder gibt es schon ein Screening (BISC/Bielefelder Screening), das zwar noch keine Legasthenie feststellt, aber die mögliche Gefährdung von Kindern aufzeigt. Zeigen sich hier erste Auffälligkeiten, so kann die Problematik schon durch frühe Förderung im Kindergarten, in der Vorschule oder in der ersten Klasse weitgehend entschärft werden. Spezielle Fördermaterialien oder Spiele schärfen hier die Wahrnehmung der Vorschulkinder durch spielerisches Üben beispielsweise mit Reimen und Liedern.

Anzeichen für eine mögliche Legasthenie

Finden Sie die folgenden Auffälligkeiten bei Ihrem Kind? Diesen Test können Sie erst ab der 2. Klasse durchführen, in der ersten Klasse ist mühsames Lesen und Schreiben noch vollkommen normal, unter Umständen auch noch in der 2. Klasse. Fragen Sie bei Zweifeln unbedingt die Lehrkraft Ihres Kindes, ob seine Lesefähigkeiten normal sind.

Checkliste: Diese Symptome können für eine Legasthenie sprechen (ja / nein)

Lesen

  • Große Fehlerhäufigkeit beim lauten Vorlesen
  • Mühsames Erlesen von Buchstaben, Silben oder ganzen Wörtern
  • Häufige Selbstkorrektur
  • Sinnverständnis von gelesenen Texten fällt schwer
  • Abwehrhaltung gegenüber dem Lesen
  • Rechtschreibung
  • Vermeidungsverhalten, will nicht schreiben
  • Viele Fehler beim Abschreiben
  • Viele Fehler beim freien Schreiben
  • Verwechslung ähnlich aussehender Buchstaben (b/d)
  • Verwechslung ähnlich klingender Buchstaben (ö/ü), (g/k)
  • Auslassen von Buchstaben, Wortteilen oder Satzteilen
  • Vertauschung der Reihenfolge von Buchstaben
  • Texte sind weitgehend unlesbar

Verhalten

  • Schulangst
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Aggressivität
  • Überzogenes Verhalten (Klassenclown)
  • Konzentrationsprobleme
  • Einnässen
  • Motivationslosigkeit, kein Interesse am Lesen
  • Psychosomatische Beschwerden (z. B. morgendliche Übelkeit)

Motorik

  • Hyperaktivität, große Unruhe, will nicht stillsitzen
  • Verkrampfte Schreibhaltung
  • Undeutliches Schriftbild, Schwierigkeiten beim Einhalten der Ränder und Linien

Auswertung: Treten in jeder Rubrik zwei oder mehr dieser Symptome gemeinsam auf, so sollten Sie aufmerksam werden, Rücksprache mit dem/der Klassenlehrer/in nehmen und gegebenenfalls einen Legasthenietest bei einer der anerkannten Beratungsstellen durchführen lassen.

Mehr Antworten auf die wichtigsten Fragen über Legasthenie finden Sie in der Mai-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß", die Sie als Abonnent in unserem Shop herunterladen können.


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