Kinder, die stundenlang vor dem Fernseher sitzen, sind in der Schule oft übermüdet und reagieren unkonzentriert oder aggressiv. Die Gefahr ist groß, dass sich mit einem eigenen Fernsehgerät im Kinderzimmer der Fernsehkonsum drastisch erhöht und Kinder Sendungen konsumieren, die sie völlig überfordern.
Die meisten Kinder sitzen viel zu lange vor dem Fernseher: Drei- bis Fünfjährige verbringen durchschnittlich 76 Minuten pro Tag vor dem Bildschirm, Zehn- bis 13-Jährige 113 Minuten. Eine große Rolle spielt der Zugang zum Fernsehgerät. So sehen Kinder mit eigenem Apparat deutlich länger fern als solche, die kein Gerät besitzen, wie der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest jetzt ermittelt hat.
Zu viel Fernsehkonsum führt dazu, dass sich Mädchen und Jungen zu „Sitzkindern“ entwickeln, die sich kaum noch bewegen. Die Folgen sind oft Haltungsschäden, Übergewicht, seelische Unausgeglichenheit oder soziale Vereinsamung. Gewalt- und Horrorszenen im TV können Verhaltensauffälligkeiten auslösen und die Hemmschwellen für Gewaltbereitschaft senken.
Die ständige Reizüberflutung führt zu Konzentrationsproblemen und nachlassender Leistungsfähigkeit. Viele Kinder sind vor allem nach Wochenenden oder Feiertagen völlig übermüdet, sitzen unkonzentriert im Klassenzimmer und können dem Unterricht kaum folgen. Die Besorgnis erregende Entwicklung wird von der Wissenschaft bestätigt: So sehen Kinder an Wochenenden überdurchschnittlich viel fern. Der Höhepunkt ihrer Fernsehnutzung liegt zwischen 18.45 und 20 Uhr. Freitags sitzt um 21.45 Uhr noch jedes fünfte Kind vor dem Fernseher, samstags um 22.45 Uhr sind es immerhin noch 10 % aller Kinder.