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21.11.2017

Computerspiele können süchtig machen

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Sie machen sich Sorgen, weil Ihr Kind zu oft und zu lange vor dem Computer sitzt und online gegen virtuelle Gegner kämpft oder neue Spiele ausprobiert? Häufig werden dabei schnell die Hausaufgaben und Freunde vernachlässigt? Haben Sie die Befürchtung, dass auch Ihr Kind vielleicht computersüchtig ist oder werden könnte? Wissenschaftler am Berliner Universitätsklinikum Charité haben kürzlich in einer Studie herausgefunden, dass unkontrolliertes, andauerndes Computerspielen ähnliche Suchtmechanismen erzeugt wie Alkoholismus oder Cannabisabhängigkeit.

Nach Schätzungen zeigten bereits etwa 8 Prozent der 14- bis 18-jährigen Schüler Suchtmerkmale im Umgang mit PC und Internet. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben ein unstillbares Verlangen nach Computerspielen. Sie haben Entzugssymptome, vernachlässigen andere Interessen, leiden unter Kontrollverlust und spielen trotz schädlicher Folgen wie Kopf- oder Muskelschmerzen weiter.

Oft sind sie alleine nicht mehr in der Lage, der starken Anziehungskraft des Computerspiels (online oder offline) zu widerstehen, und merken gar nicht, wie viel Zeit sie vor dem Rechner verbringen. Die Schule tritt immer mehr in den Hintergrund und die Leistungen fallen ab. Ist solch eine Intensität erreicht, gelingt es Eltern kaum noch, ihr Kind vom PC wegzulotsen. Anstatt abzuwarten und zu hoffen, dass sich dieses Verhalten von allein legt, sollten Sie unbedingt fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Helfen können hier Erziehungs- und Suchtberatungsstellen.

Mein Tipp: Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Begrenzen Sie die Zeit, in der Ihr Kind am Computer spielen darf. Ab und zu sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind am Computer oder an der Konsole spielen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die PC-Spiele erklären, die es gerne nutzt. Ihr Kind wird stolz sein, auch Ihnen einmal etwas beibringen zu können. So erhalten Sie die Gelegenheit, das Verhalten Ihres Kindes am Bildschirm einzuschätzen. Fordern Sie als Gegenleistung, dass der Rechner auch mal ausgeschaltet bleibt und Sie gemeinsam ein Brettspiel spielen. Nahezu alle Kinder brauchen interessante Alternativen zu den attraktiven Bildschirmmedien, denn von selbst können sie den starken Reizen kaum widerstehen. Um nicht jeden Tag neu darüber zu diskutieren, ist eine Vereinbarung über feste Fernseh- und Computerzeiten hilfreich. Für Grundschulkinder ist höchstens eine Stunde pro Tag angebracht, bei Jugendlichen kann es auch eine halbe Stunde mehr sein.


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