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18.06.2018

Was tun bei ungerechten Noten?

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Sicher ist Ihr Kind nicht immer zufrieden mit seinen Bewertungen. Besonders wenn ein Test oder eine Klassenarbeit schlecht benotet wurde, wird die Schuld gerne auf den Lehrer und seine ungerechte Behandlung geschoben. Die Vorbereitungszeit war zu kurz, andere Kinder haben mit derselben Leistung eine bessere Note erhalten, oder es wurde ein anderes Thema angekündigt. Schon Grundschüler sind erfindungsreich, wenn es um die eigene Benotung geht. Da ist es für Sie als Eltern oft schwer, richtig zu reagieren. Wie Sie mit ungerechten Noten umgehen und welche Rechte Sie haben, erfahren Sie in dem folgenden Beitrag.

Ziffernnoten oder verbale Beurteilungen sind ein fester Bestandteil des deutschen Schulsystems, mit dem alle Kinder früher oder später konfrontiert werden. Sie drücken den Leistungsstand Ihres Schulkindes aus und entscheiden über die weiterführenden Schulformen und seine berufliche Zukunft. Obwohl die Kultusministerkonferenz die Noten von „sehr gut“ bis „ungenügend“ für alle Bundesländer definiert hat, weiß doch jeder, wie unterschiedlich, subjektiv und ungerecht eine Beurteilung durch Noten sein kann. Jeder Lehrer, jede Schulklasse und jedes Bundesland setzt eigene Maßstäbe an, die zwar grundsätzlich sehr ähnlich, aber trotzdem nicht vergleichbar sind. Daher sind Noten, besonders natürlich schlechte, oft erklärungsbedürftig.

Das bedeuten unsere Schulnoten (lt. Kultusministerkonferenz)

  1. Sehr gut: Die Leistung entspricht den Anforderungen im besonderen Maße.
  2. Gut: Die Leistung entspricht den Anforderungen voll.
  3. Befriedigend: Die Leistung entspricht den Anforderungen im Allgemeinen.
  4. Ausreichend: Die Leistung weist Mängel auf, entspricht den Anforderungen aber im Ganzen.
  5. Mangelhaft: Die Leistung entspricht den Anforderungen nicht, es lässt sich jedoch erkennen, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können.
  6. Ungenügend: Die Leistung entspricht nicht den Anforderungen, und selbst die Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.

Die Notenskala wird durch ergänzende Bestimmungen in den einzelnen Bundesländern erweitert. In manchen Bundesländern gibt es Kopfnoten, die über das Arbeitsverhalten der Schüler Auskunft geben. In den restlichen Bundesländern fließt das Arbeitsverhalten in die Fachnoten mit ein. Aber auch verbale Beurteilungen sind in manchen Schulformen nicht nur im ersten oder zweiten Schuljahr, sondern sehr viel länger Standard, zum Beispiel in den Gesamtschulen oder freien Schulen (Waldorfschule, Montessorischule etc.). Lehrer und Eltern müssen dann ein System entwickeln, das es ihnen ermöglicht, einen Überblick über die Lern- und Leistungsentwicklung jedes einzelnen Kindes zu behalten, denn Leistungsbewertungen müssen nachvollziehbar sein. Mit einem „sehr gut“ oder „gut“ können sich alle Eltern anfreunden, bei einem „ befriedigend“ oder bei den Noten am unteren Ende der Skala entsteht jedoch häufig Klärungsbedarf. Viele Eltern sind enttäuscht, wenn ihr Kind einen Leistungsabfall hat, und wollen wissen, welche Gründe es dafür gibt. Doch Ihr Kind ist nicht immer der richtige Ansprechpartner für diese Frage. Zu leicht können Sie in Versuchung geraten, Ihr Kind fälschlich zu beschuldigen und ihm die Motivation zum Lernen zu nehmen.

Was ist eigentlich gerecht?

Doch wie erkennen Sie nun, ob die drei Fehler im Diktat die Note „gut“ oder „befriedigend“ verdienen? Oder ob die Fachnote im Zeugnis gerechtfertigt ist? Wenn Sie zwei oder mehr Kinder haben, kann es Ihnen durchaus passieren, dass die Kriterien für beispielsweise die Benotung von identischen Diktaten unterschiedlich sind. Das eine Kind bekommt bei drei Fehlern noch ein „gut“, das andere Kind bei einer anderen Lehrerin nur ein „befriedigend“. Die Festsetzung eines so genannten Notenspiegels hängt davon ab, wie die Leistungskontrolle vorbereitet wurde. Wenn das Diktat in Auszügen oder gar in Gänze vorher wortwörtlich so im Unterricht geübt wurde, kann die Korrektur sehr streng ausfallen, weil die Schüler mit dem Stoff intensiv vertraut gemacht wurden. Auch der allgemeine Leistungsstand einer Klasse ist von Bedeutung. In leistungsstarken Lerngruppen wird gemeinhin strenger bewertet als in schwachen. Zwei Kinder mit gleich guten Leistungen können also unter Umständen unterschiedliche Noten erhalten – wobei die Beurteilung von Diktatfehlern für Eltern noch gut nachvollziehbar ist und mit anderen Arbeiten verglichen werden kann. Wesentlich komplizierter wird es bei der Beurteilung von Aufsätzen oder bei Interpretationen, aber auch im Fach Mathematik ist es nicht einfach. Ganz deutlich wird dies beim Vergleich unterschiedlicher Schulen. Da kann es schon vorkommen, dass ein Einser-Schüler durch einen Schulwechsel plötzlich um ein bis zwei Noten abfällt, weil die Anforderungen so unterschiedlich sind. Noten sollen zwar objektiv sein, in der Praxis halten sie diesem Anspruch (wie schon oft bewiesen) jedoch nicht immer stand. Daher kann es immer vorkommen, dass die Leistung Ihres Kindes falsch beurteilt wird.

Mein Tipp: Reagieren Sie nicht erst, wenn ein Problem auftaucht. Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu den Lehrern Ihres Kindes und vereinbaren Sie, bei jeder Auffälligkeit sofort informiert zu werden. So entwickelt sich eine positive Beziehung, die auch Probleme und Kritik verträgt.

Zeugnisnoten

Besonders wichtig sind für Schulkinder die Zeugnisnoten, denn sie entscheiden über ihre Versetzung und die zukünftige Schulform. Da ist es gut zu wissen, woraus sich eine Zeugnisnote zusammensetzt. Nur den Notendurchschnitt der Klassenarbeiten Ihres Kindes zu berechnen, ist zu kurz gegriffen.

Die Zeugnisnote besteht aus: allen schriftlichen Leistungen, also den Klassenarbeiten, den Tests oder Hausaufgabenüberprüfungen, den praktischen Leistungen (Teilnahme an einem Theaterstück, gemalte oder gebastelte Werke, Projekttage, Referate etc.), der mündlichen Mitarbeit im Unterricht (hier sind schüchterne, stille Kinder unter Umständen benachteiligt, weil besonders am Gymnasium der Beteiligung im Unterricht große Bedeutung beigemessen wird und sie in höheren Klassen bis zu 50 % der Beurteilung ausmacht, regelmäßiger Erledigung der Hausaufgaben, der Beurteilung der Hausaufgaben (nur in einem Teil der Bundesländer dürfen die Hausaufgaben in die Zeugnisnote einfließen), dem Umfang der nicht erbrachten Leistungen, dem Lerntempo, Ordnung und Fleiß (es kann sinnvoll sein, sich die Ordnungsregeln der Schule geben zu lassen und zu überprüfen, ob Ihr Kind dagegen verstoßen hat), dem Arbeitsverhalten (Interesse und Motivation, Konzentration und Ausdauer, Lern- und Arbeitsweise).

Das ist Ihr gutes Recht

So unterschiedlich die Schulbestimmungen der einzelnen Bundesländer auch sind: Das Informationsrecht für Eltern und auch für Schüler über die Lernentwicklung ist in jeder einzelnen Länderregelung enthalten. Wie diese Information aussieht, kann von Schule zu Schule sehr unterschiedlich sein. Lediglich die Noten der Klassenarbeiten und die Zeugnisse werden den Eltern an jeder Schule mitgeteilt; ob es darüber hinaus regelmäßige Rückmeldungen in Einzelgesprächen, auf Elternabenden oder auch in Lehrerbriefen gibt, ist sehr unterschiedlich. Wie umfassend Sie über den Leistungsstand Ihres Kindes informiert sein wollen, sollten Sie am besten mit der jeweiligen Lehrkraft besprechen. Werden Sie aktiv und suchen Sie das gemeinsame Gespräch.

Der offizielle Weg zur Überprüfung von „ungerechten“ Noten

  •  Machen Sie einen Notenvergleich mit Klassenkameraden.
  • Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit dem/der Fachlehrer/in.
  • Schalten Sie die Schulleitung mit einem formlosen Anschreiben ein.
  • Schalten Sie die Schulaufsicht mit einem formlosen Anschreiben ein. 
  • Bei schullaufbahnentscheidenden Noten ist auch eine Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich. Lassen Sie sich unbedingt juristisch beraten und Ihre Aussicht auf Erfolg klären.

Mein Tipp: Die Bestimmung über die Notengebung sind in den 16 Bundesländern unterschiedlich. In den einzelnen Schulgesetzen sind sie mühsam nachzulesen. Sie finden alle Schulgesetze im Internet auf den Bildungs-Servern der jeweiligen Länder.

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