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14.12.2017

So macht Ihr Kind weniger Rechenfehler

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Wer eine Fremdsprache häufig hört oder spricht, lernt sie schneller. Genauso ist es mit den Rechenfähigkeiten. Je früher und öfter ein Kind sich spielerisch im Alltag mit mathematischen Zusammenhängen beschäftigt, desto leichter geht ihm die Mathematik später von der Hand. Lassen Sie sich von unseren vielfältigen Anregungen inspirieren und entdecken Sie mit Ihrem Kind eine spannende neue Welt zum Thema "Rechnen lernen".

Schon mit sechs Monaten können Kinder Mengen bis drei erkennen, und bereits im Alter von vier Jahren gelingt es ihnen, erste einfache Rechenaufgaben zu lösen. Das Gehirn ist nun so weit gereift, dass die Mathematik Einzug halten kann. Schon lange vor der ersten Klasse, erst recht aber im Grundschulalter, sollten Sie Ihrem Kind den Umgang mit Ziffern, Zahlen, Mengen, Gewich­-ten, Maßeinheiten und Geld schmackhaft machen. Die Lebenswelt Ihres Kindes ist
voll von spannenden Anwendungsmöglichkeiten – in der Küche, im Kinderzimmer, im Supermarkt oder im Garten warten zahllose Rechenaufgaben nur darauf, entdeckt zu werden.

Raum-Lage-Wahrnehmung und Reihenbildung

Unterstützen Sie die mathematische Wahrnehmungsfähigkeit Ihres Kindes, indem Sie die folgenden Spiele zur Raum-Lage-Wahrnehmung einsetzen. Für den Prozess des Rechnens ist die sichere Identifikation von rechts und links sowie oben und unten absolut notwendig.

Spiel 1: Wo ist der Ball versteckt?

Fertigen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind eine Karte an, auf der die gesamte Wohnung aufgezeichnet ist. Nehmen Sie ein großes Blatt Papier, damit auch Details möglichst gut erkennbar eingezeichnet werden können. Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was genau auf der Zeichnung zu sehen ist. Je älter Ihr Kind ist, desto detaillierter kann die Zeichnung sein und umso anspruchsvoller sollte das Versteck sein. Nun verstecken Sie an einem bestimmten Ort in der Wohnung eine Münze. Diesen geheimen Ort markieren Sie nun auf der Zeichnung mit einem Symbol, zum Beispiel einer Büroklammer. So wird das Bild nicht durch eine Markierung unbrauchbar. Ihr Kind soll jetzt nur anhand der Zeichnung das Versteck finden. Wie gut kann es sich orientieren?

Variation: Als Schatzsuche kann dieses Spiel am Geburtstag eine Menge Spaß machen. Wichtig ist, dass die Kinder nicht ziellos durch die Wohnung laufen, sondern die Zeichnung benutzen.

Spiel 2: Reihenfolgen erkennen und erweitern

Die Spielleiterin/Der Spielleiter sitzt mit den Kindern in einer Reihe (bitte nicht im Kreis, da die Wahrnehmung sonst unterschiedlich ist), und alle Bauklötze liegen auf einem Häufchen vor den Kindern. Nun wird eine beliebige Sequenz aus vier oder mehr Bauklötzen vorgelegt. Zum Beispiel:
rotes Quadrat, blaue Kugel, rotes Quadrat, gelbes Rechteck.

Variation 1: Die Kinder nehmen sich nun von dem Häufchen die entsprechenden Bauklötze und legen alle diese Form nach. Ist dies geschehen, werden sie aufgefordert, bei den anderen zu schauen, ob es geklappt hat. Waren alle erfolgreich, werden die Kinder gelobt. Alle Klötzchen wandern wieder zurück.

Variation 2: Die Kinder können versuchen, eine Reihe
logisch fortzusetzen. Rotes Quadrat, blaue Kugel, rotes Quadrat, blaue Kugel … was kommt jetzt? Dabei kann der Schwierigkeitsgrad immer weiter zunehmen. Mit einfachen Reihen können Sie schon im Vorschulalter beginnen, komplizierte Folgen sind auch für Fünftklässler noch eine
Herausforderung.

Achtung: Neben der genauen Wahrnehmung der Reihenfolge lernen die Kinder hierbei auch ganz nebenbei die verschiedenen Formen kennen! Daher ist es wichtig, dass die Formen auch korrekt benannt werden. Am sichersten ist es, das Spiel auf die Grundformen Kugel, Dreieck, Rechteck und Quadrat zu beschränken. Dieses Spiel kann im Schwierigkeitsgrad dem Können der Kinder sehr gut angepasst werden.

Zahlen und Ziffern – ein wichtiger Unterschied

Zahlen und Ziffern begegnen Ihrem Kind wie selbstverständlich jeden Tag. Was sie bedeuten, muss es nach und nach lernen. Dazu gehört: Ziffern werden zur Ordnung und Orientierung genutzt. Sie machen keine Aussage über eine Menge. Die Hausnummer 36 definiert lediglich eine Ordnung, nicht eine Menge. Ziffern, die in unserem Dezimalsystem von 0 bis 9 gehen, werden dazu benötigt, alle Arten von Zahlen auszudrücken. Dazu werden sie in unterschiedlichsten Kombinationen zusammengestellt. Die Zahl 14 besteht also aus den Ziffern 1 und 4. Eine Zahl hingegen definiert immer eine Menge.
Dabei sind der Inhalt und das Aussehen dieser Menge nicht wichtig, denn in einer Menge 36 können sich 36 Fußballspieler verbergen, 36 Autos oder etwas ganz anderes. Ihr Kind muss verstehen, dass eine Zahl immer für eine Menge steht – spielerisch, leicht und durch praktische Alltagserfahrungen.

Weitere Spiele für die spezifischen Grundrechenarten und hilfreiche Tipps, wie Sie Ihrem Kind Mathematik näher bringen können, finden Sie In der Mai-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß".


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