Rund 5 % der deutschen Schulkinder haben besondere Schwierigkeiten beim Erlernen der Rechtschreibung, weil bei ihnen die Teilleistungsstörung Legasthenie vorliegt. Noch wesentlich mehr Kinder zeigen eine leichtere Ausprägung des gleichen Problems, die so genannte Leserechtschreibschwäche. Wenn die Hörverarbeitung Ursache der Schwierigkeiten ist, tun sie sich bei Diktaten besonders schwer. Lesen Sie, welche Förderung Ihrem Kind hilft.
Wenn Finn vor Enttäuschung über seine schlechte Note im Diktat zu Hause weint und Leonie ihr Heft erst gar nicht vorzeigen will, wissen viele Eltern nicht, was sie tun sollen. Meistens haben sie schon intensiv mit ihren Kindern vor der Klassenarbeit geübt, doch die Anstrengungen haben sich nicht ausgezahlt. Die korrekte Rechtschreibung bleibt für viele Jungen und Mädchen auch über die Grundschulzeit hinaus noch ein Rätsel, weil ihnen der Zugang über das Hören nicht so recht gelingen will. Besonders im Diktat ist das ein großes Problem, denn zu der Unsicherheit der Schülerinnen und Schüler über die richtige Schreibweise eines Wortes gesellen sich nun noch Zeitdruck und Leistungserwartungen. Wo ist das Problem?Kinder mit Leserechtschreibschwierigkeiten aufgrund einer auditiven Wahrnehmungsschwäche sind nicht dumm und kennen die entsprechenden Regeln meist sehr genau. Ihre Schwierigkeiten liegen in einem ganz anderen Bereich, denn sie sind auf einer früheren Stufe des Schriftspracherwerbs stehen geblieben. Ihnen gelingt es nicht, jeden gehörten Laut sicher und schnell einem Buchstaben oder einer Buchstabenverbindung zuzuordnen. Häufig können sie den Laut nicht eindeutig identifizieren und rätseln zum Beispiel beim „u“, ob es sich hier wirklich um das „u“ oder vielleicht um das “o“ handelt. Bis sie eine Entscheidung getroffen haben, dauert es eine Weile. Sie müssen erst verwandte Wörter finden, um der Lösung auf die Spur zu kommen. Ebenso geht es Ihnen beim „b“, beim „p“, beim „t“ oder „d“, um nur einige Beispiele zu nennen. Man kann sich vorstellen, dass richtiges Schreiben unter diesen Umständen besonders unter Zeitdruck, zum Beispiel beim Diktat, kaum gelingen kann.
Typische Fehler für Kinder mit einer so genannten auditiven Wahrnehmungsschwäche- Sie schreiben Walt statt Wald
- Sie schreiben kngt statt knackt
- Sie schreiben unt statt und
- Sie schreiben Euroba statt Europa
- Sie schreiben Huse statt Hose
Die betroffenen Kinder schreiben die entsprechenden Wörter aber nicht immer falsch. Manche lernen das Schriftbild einfach auswendig, andere schreiben sie zufällig richtig. Da sie raten, welche Buchstaben wohl zum Wort gehören, gelingen ihnen auch in ungefähr 50 % der Fälle richtige Treffer. Das macht eine Beurteilung erst recht schwer, denn manchmal gelingt die Rechtschreibung ja offensichtlich. Doch wenn sich solche Fehler häufen, braucht Ihr Kind Hilfe. Mein Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Kind für ein Diktat üben, sollten Sie unbedingt über jeden einzelnen Fehler sprechen. Fragen Sie Ihr Kind, warum es das Wort so geschrieben hat. Stellt sich heraus, dass es aus Unsicherheit einfach geraten hat, fehlt ihm ein wichtiges Rechtschreibwissen und es benötigt besondere Förderung. Kann es für seine Schreibweise jedoch einen nachvollziehbaren (wenn auch falschen) Grund nennen, wird es von Ihrer Richtigstellung profitieren und sein neues Wissen beim nächsten Versuch anwenden. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß!" bestellen.
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