Lernen und Fördern mit Spaß Kinder in der Schule Lernförderung
Lernförderung
spacer
Home arrow Lernförderung arrow Rechenschwäche – auf Kriegsfuß mit der Mathematik
18.10.2018

Rechenschwäche – auf Kriegsfuß mit der Mathematik

PDF Drucken E-Mail

kind_beim_rechnen.jpgDie Welt der Zahlen ist nicht jedermanns Sache – und vielleicht haben auch Sie im Laufe Ihrer Schulzeit schon oft über den Mathematikunterricht gestöhnt. Rund 4 bis 6% aller Schulkinder trifft es noch heftiger: Sie leiden an einer Dyskalkulie (Rechenschwäche) und haben schon in der ersten Klasse sichtbare Schwierigkeiten mit Mathematikübungen. Lesen Sie hier, wie Sie ein rechenschwaches Kind erkennen und ihm helfen können, besser mit der Rechenschwäche umzugehen und sie evtl. zu besiegen.

Erst seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts beschäftigt sich die Wissenschaft mit dem Phänomen der Dyskalkulie (Rechenschwäche). Sie gilt als eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, deren genaue Ursachen vielfältig sein können und noch nicht gründlich erforscht sind. Kinder mit einer Rechenschwäche haben große Probleme, die grundlegenden Rechenfertigkeiten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division anzuwenden, obwohl sie keine intellektuellen Defizite haben. Sie verstehen nicht, was diese Rechenarten inhaltlich bedeuten und dass jede Zahl für eine Menge steht. Auch unser Stellenwertsystem (das dekadische, also auf 10 bezogene System) ist ihnen ein Rätsel. Im Rechenbereich bis 10 kompensieren sie ihre Schwierigkeiten häufig durch Auswendiglernen, oder sie lösen jede Aufgabe unter Zuhilfenahme der Finger durch reines Zählen. Da ihnen das Prinzip der Mathematik nicht klar ist, passieren schon hier etliche Fehler. Erweitert sich der Rechenbereich auf 100 oder 1.000, sind rechenschwache Kinder völlig überfordert. Rechenschwache Kinder müssen erst mühsam den Unterschied zwischen Ziffern und Zahlen lernen. Zahlen beschreiben eine bestimmte Menge, Ziffern hingegen beschreiben eine Ordnung. Die Ziffer 25 kann z.B. eine Hausnummer sein, sie sagt aber nichts über die Menge der Häuser aus.

Mathematik ist wie eine Fremdsprache

In vielen Fällen wird die Dyskalkulie gar nicht oder erst viel zu spät erkannt. Anders als beim Lesen und Schreiben werden die Probleme mit dem Rechnen nicht immer ernst genommen oder leider manchmal auch auf mangelndes Interesse zurückgeführt. Das ist fatal, denn ohne Unterstützung von Eltern und Lehrern gelingt es den betroffenen Schülern nicht, die fremde Welt der Mathematik zu begreifen. Ihre Anstrengungen führen nicht zum Erfolg, und der Abstand zum Wissen der Mitschüler wird immer größer. Neben den Schwierigkeiten mit der Mathematik entwickeln die meisten Kinder dann auch so genannte Sekundärsymptome. Ihr Selbstbewusstsein leidet, sie fühlen sich dumm und lehnen die Schule manchmal insgesamt ab. Frühe Hilfe und Unterstützung könnte den meisten Schülern sehr helfen, doch leider ist das noch die Ausnahme. Dabei fallen betroffene Kinder schon früh durch spezielle Schwierigkeiten auf.

Woher kommt die Rechenschwäche

Die Ursachen für eine Dyskalkulie können vielfältig sein. Folgende Faktoren wurden bisher festgestellt:

  • Organisch-neurologische Ursachen, genetische Veranlagung

Die für das Rechnenlernen benötigten Fähigkeiten verschiedener Wahrnehmungsbereiche, zum Beispiel der Raumlagewahrnehmung, können durch frühkindliche Schädigungen im Gehirn beeinträchtigt werden. Auch eine verminderte Sprachfähigkeit kann zu Problemen beim Rechnen führen. Solche Schädigungen können beispielsweise genetische Defekte oder Geburtskomplikationen zur Ursache haben.

  • Schulische Ursachen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einem Kind die Rechenwege zu erklären. Wird ein Schüler schon früh durch unterschiedliche Rechenkonzepte verwirrt, z.B. bei einem Lehrerwechsel, kann sich eine Blockade aufbauen. Sowohl in der Schule als auch zu Hause sollte also unbedingt das gleiche Rechenkonzept vermittelt werden.

  • Psychische, soziale und emotionale Ursachen

Durch emotionale Belastungen wie beispielsweise Trennungen oder Verlust, familiäre Probleme oder soziale Schwierigkeiten mit anderen Kindern kann es passieren, dass Schüler keinen Zugang zur Mathematik finden (wollen). Die Ursachenforschung ist zurzeit voll im Gange, denn dass die Schullaufbahn normal begabter Kinder durch eine behandelbare Rechenschwäche gefährdet ist, soll endlich aufhören. Ein für alle betroffenen Kinder gültiges Therapiekonzept gibt es jedoch bisher nicht. Zu individuell sind die einzelnen Schwierigkeiten, als dass ein einziges Förderprogramm helfen könnte. Eines weiß man aber bisher sicher:  Von einer Rechenschwäche sind mehr Mädchen als Jungen betroffen.

Hinterfragen Sie den Rechenweg

Wenn ein Schüler mit Dyskalkulie rechnet, stehen auch bei ihm Lösungen auf dem Papier – nur leider nicht die richtigen. Dennoch sind diese falschen Rechenwege nicht unwichtig. Es ist spannend herauszufinden, wie ein rechenschwaches Kind auf sein Ergebnis gekommen ist. Lassen Sie sich den Rechenweg unbedingt erklären und versuchen Sie die Gedankengänge Ihres Kindes nachzuvollziehen. Hat es vielleicht Zehnerzahlen falschherum geschrieben? Ein häufiger Fehler, denn wir sprechen die Einer vor dem Zehner, schreiben die Zahl dann aber andersherum auf (23 sprich dreiundzwanzig). Im Englischen ist das einfacher, dort wird die zuerst gesprochene Zahl auch zuerst geschrieben (23 sprich twenty-three). Oder hat sich Ihr Kind um eins verrechnet, weil es eben gar nicht gerechnet, sondern nur gezählt hat? Oder versteckt sich ein anderer, vordergründig logischer Rechenweg hinter der Lösung?

Auf jeden Fall muss sorgfältig überprüft werden, ob es sich bei Rechenschwierigkeiten nur um leicht behebbare Lernlücken oder tiefere Verständnisprobleme im Sinne einer Dyskalkulie handelt. Im ersten Fall kann Nachhilfe helfen, im zweiten Fall nur eine individuelle Therapie. Zur Klärung gibt es inzwischen verschiedene wissenschaftlich überprüfte, verlässliche Diagnoseverfahren, wie beispielsweise

  • Zareki (Mathematiktest für die Grundschule)
  • DEMAT (Deutscher Mathematiktest für die Klassen 1 bis 6)
  • HRT 1–4 (Heidelberger Rechentest für die Grundschule)

Diese Tests sind nicht für den Hausgebrauch gedacht und sollten nur von erfahrenen Fachleuten durchgeführt werden, da die Ergebnisse sonst verfälscht sein könnten.

Stärken Sie Ihr Kind

Machen Sie sich klar: Ihr Kind leidet unter seiner Unfähigkeit, mathematische Zusammenhänge nachvollziehen zu können. Ihm fehlen Erfolgserlebnisse und es fühlt sich früher oder später seinen Klassenkameraden unterlegen. Das kratzt am Selbstbewusstsein und macht auf Dauer sehr unglücklich. Ihr Kind mit Rechenschwierigkeiten braucht also auf jeden Fall die seelische und moralische Unterstützung seiner Eltern. Fernsehverbot, Hausarrest oder zusätzliche Lerneinheiten helfen Ihrem Kind nicht, besser zu rechnen. Um mit einer Rechenschwäche den Schulalltag positiv zu bewältigen, benötigen die betroffenen Kinder viel Motivation, Lob und Zuwendung. Zusätzliche Lerntherapie von Fachleuten und vermehrtes Üben kosten sie Zeit und Energie. Das sollten Sie unbedingt anerkennen und sowohl die Förderinhalte als auch das Rechenkonzept mit der Schule abstimmen. Bei der richtigen Förderung können auch Kinder mit Dyskalkulie rechnen lernen.

Mein Tipp: Machen Sie den Alltag zum Erfahrungsfeld für Mathematik. Wie viele Schritte brauchen wir bis zum Bus? Wie viele Messer brauchen wir auf dem Tisch, wenn sechs Personen essen? Wie alt war Opa, als du geboren wurdest?

Internet-Download

Auf dieser Website finden Sie unter der Rubrik Checklisten › Lern- und Leistungsverhalten die Checkliste „So erkennen Sie, ob Ihr Kind eine Rechenschwäche hat“. Diese können Sie als Abonnent herunterladen. Außerdem finden Sie in der "Lernen und Fördern" - Ausgabe Juli 2006 weitere wichtige Hilfen und Tipps zu diesem Thema.


Verwandte Themen:


+
LUFIn jeder Ausgabe:
  • wie Sie Talente und Begabungen Ihres Kindes sinnvoll fördern und die Lernfortschritte richtig kontrollieren.
  • "Insider"-Wissen für Sie als Eltern: Sie kennen sich ab sofort bestens aus, um für Gespräche mit Lehrern fit zu sein!
  • Beratung bei der Schulwahl: Wir beraten Sie, welche Schulen sich besonders für Ihr Kind eignen.
  • Erfolgstraining für Ihr Kind: Wir geben Ihnen und Ihrem Kind die richtigen Lernmaterialien an die Hand, mit denen Lernen (wieder) Spaß macht!
  • Jeden Monat neue Übungen und Checklisten auf dieser Seite zum Download.
Jetzt gratis testen
Ja, bitte nehmen Sie mich 30 Tage lang kostenlos in diesen umfassenden Beratungsservice auf. Wenn er mir zusagt, brauche ich nichts weiter zu tun und zahle für die ersten 8 Ausgaben nur je 6,86 € und spare damit 30% gegenüber dem regulären Preis von 9,80 €. Ich erhalte pro Jahr 12 Ausgaben plus 4 Ausgaben zu Spezialthemen. Die Zahlung erfolgt per Rechnung. Den Bezug kann ich jederzeit beenden - eine kurze schriftliche Mitteilung genügt.
Gratis für Sie
Nach dem Ende meiner 30-tägigen Testzeit möchte ich auf folgende Art und Weise bezahlen:


SEPA-Daten ermitteln

Hier können Sie IBAN und BIC anhand Ihrer Kontonummer und Ihrer Bankleitzahl ermitteln lassen:





spacer
Lernförderung
Lernen und Fördern mit Spaß - Jetzt GRATIS testen! mehr...
Gratis-Test-Center
lerntyp-testLerntyp-Test:
Mit welcher Methode Ihr Kind am Besten lernt
gymnasiumFit fürs Gymnasium:
Erfüllt Ihr Kind die Kriterien?
persoenlichkeitstestPersönlichkeit:
Erziehen Sie Ihr Kind zu Stärke und Selbstsicherheit?
stressMentale Gesundheit:
Finden Sie heraus, ob Ihr Kind Symptome von Stress zeigt
fitnessBewegung:
Erfahren Sie, wie hoch der Bewegungslevel Ihres Kindes ist
Umfrage
Mit der Qualität der Schule meines Kindes bin ich:
  
Der Lerntiger
tiger1a.jpg
Abonnenten-Login
Das Kennwort finden Sie in Ihrer aktuellen Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß!"
Kennwort

Login-Hilfe
Service
Elternbrief
LuF kompakt
Linktipps
Sitemap
Elternwissen.com
Magazin
Home
News
Lernförderung
Freizeit
Erziehung
Gesundheit
Gratis-Test-Center
Downloads
Übungen
Checklisten
Über die Autorin
Hier schreibt:
CR Bild
Alle Inhalte (c) 2018 Lernen-und-foerdern.com || Impressum | Datenschutz | AGB | Kontakt
Linkpartner: Elternwissen.com | Benefit-Online.de