Vielleicht haben Sie es auch selbst schon bei Ihrem Sohn erlebt: Jungen tun sich in der Schule schwerer als Mädchen. Sie hören weniger aufmerksam zu, lesen nicht so gut, sind unruhiger – und ein Kämpfchen unter Freunden ist allemal interessanter als die Hausaufgaben. Lesen Sie hier, woran das liegt und was Sie dagegen tun können.
Es sieht so aus, als ob Jungen zurzeit die Sorgenkinder der Nation sind und zu den deutlichen Verlierern unseres Bildungssystems gehören. Sie lernen nicht so fleißig, brechen häufiger als Mädchen die Schule oder ihre Ausbildung ab und sind auch in den Sonderschulen überrepräsentiert. Jungen entwickeln wesentlich mehr Teilleistungsstörungen und sind vom Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) prozentual stärker betroffen. An der Intelligenz kann es nicht liegen, denn Jungen sind bei der Einschulung nachweislich genauso klug wie Mädchen. Was also macht den Unterschied aus, der seit den 1980er Jahren ständig größer wird? Hierzu gibt es verschiedene Theorien, die – zusammen betrachtet – deutlich zeigen, was für die Jungen falsch läuft. Mädchen reifen eherBei der Einschulung wird kein Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht, obwohl Mädchen in der Regel im Alter von fünf und sechs Jahren schon deutlich reifer als Jungen sind. Sie können besser stillsitzen und sich länger konzentrieren, sind sprachgewandter, verfügen über mehr und intensivere soziale Kontakte und haben gegenüber der Schule eine positivere Haltung. Ihr Bewegungsdrang ist nicht so ausgeprägt, und das konzentrierte, aufmerksame Zuhören im Klassenraum bereitet ihnen kaum Schwierigkeiten. Deshalb plädieren Autoren wie Steven Bidulph sogar für einen späteren Schuleintritt der Jungen: mit sieben Jahren. Wenn die Kinder älter werden, wird deutlich, dass Mädchen früher in die Pubertät kommen. Bis die Jungen mit 14 oder 15 Jahren endlich ihren Wachstumsschub haben, sind ihnen die Mädchen oft nicht nur körperlich um Längen voraus. Unterschiedliche motorische EntwicklungAls Eltern von Jungen werden Sie wissen, wie schwer es ist, den männlichen Nachwuchs zu feinmotorischen Tätigkeiten zu bewegen. Gemütliche Bastelnachmittage bei trübem Wetter, das Einpacken von Geschenken, stundenlanges Puzzeln und Malen, Schälen von Obst und Gemüse oder die Schuhe zubinden – für Jungen sind diese Tätigkeiten nicht wirklich attraktiv. Viel lieber treffen sie sich zum Fußballspielen, Radfahren oder Inlineskaten mit Freunden. In der Schule jedoch sind gerade die feinmotorischen Fähigkeiten zum Erlernen des Schreibens eine wichtige Grundlage. Kein Wunder also, dass die Schulhefte und die Schrift von Jungen fast immer Anlass für schulische Kritik sind. Ordentlich geführte Hefte, die auch einen Teil der Gesamtnote ausmachen, sind für Jungen ein Dauerstressthema. So fördern Sie die FeinmotorikNutzen Sie jede Gelegenheit, um Ihr Kind feinmotorisch zu fördern. Dazu muss ein Junge nicht immer gleich in der Küche Plätzchen ausstechen oder Apfelsinen schälen. Auch mit Baukästen, in denen Kleinteile zusammengesetzt werden müssen, beim Flicken von Fahrradreifen oder beim Laubsägen und kleinen handwerklichen Reparaturen lernt Ihr Sohn den sicheren Umgang mit seinen Händen. Jungs zu erziehen fällt auf diese Weise leichter. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß!" bestellen.
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