Jonas kann seine Lieblingsfilme auswendig mitsprechen, und Marie merkt sich auf dem Spaziergang jedes Tier, das sie gesehen hat. Die beiden Kinder sind zwar Geschwister, doch ihre Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten liegen auf völlig unterschiedlichen Gebieten. Jonas lernt über das Ohr, Marie mehr über die Augen. Das zu wissen und zu nutzen, kann in der Schule eine große Hilfe sein. Lesen Sie, wie Sie den Lerntyp Ihres Kindes erkennen und es mit der richtigen Lernmethode unterstützen können.
Je mehr Sinneskanäle beim Lernen angesprochen werden, desto schneller, leichter und länger kann Ihr Kind das neue Wissen speichern. Vieles, was Kinder (und Erwachsene) sehen, vergessen sie schnell, auch das Gehörte bleibt nur zu wenigen Prozent im Gedächtnis. Tut man etwas selbst, ist der Speichereffekt schon größer. Auch der gemeinsame Austausch zu einem Thema fördert das Erinnern daran. Am besten ist es jedoch, verschiedene Sinnesebenen zu verknüpfen, damit möglichst viele Wahrnehmungsbereiche angesprochen und aktiviert werden. Je nachdem, welchem Lerntyp Ihr Kind zugeordnet werden kann, wird es von der einen oder anderen Art der Stoffvermittlung mehr oder weniger profitieren. Der auditive Typ wird sich einen Film schlechter merken, der kommunikative Typ hat wenig Gewinn vom Vorlesen eines Textes.
So kann Schulkindern Lernstoff über verschiedene Sinnesebenen vermittelt werden: - Eine neue Vokabel, zum Beispiel heaven, wird vor- und nachgesprochen (auditiv).
- Die Vokabel wird an die Tafel geschrieben und von verschiedenen Schülern vorgelesen (visuell).
- Die neue Vokabel wird ins Vokabelheft abgeschrieben (motorisch).
- Eine Diskussion über die unterschiedliche Bedeutung von heaven und sky findet im Klassenverband statt (kommunikativ).
Je nachdem welchem Lerntyp Ihr Kind zugeordnet werden kann, wird es von der einen oder anderen Art der Stoffvermittlung mehr oder weniger profitieren. Der auditive Typ wird sich einen Film schlechter merken, der kommunikative Typ hat wenig Gewinn vom Vorlesen eines Textes. Viele Kinder und Erwachsene wissen nicht, welchem Lerntyp sie eigentlich angehören. Dieses Wissen ist jedoch wichtig, denn es spart Zeit und hilft, Wichtiges rasch und sicher zu erfassen und abzuspeichern. So ist es zum Beispiel reine Zeitverschwendung, einem auditiv sehr schwachen Kind Informationen hauptsächlich über das Ohr anzubieten. Und ein kommunikativer Lerntyp sollte stets die Gelegenheit erhalten, über das Gelernte mit Anderen reden zu können. So unterscheiden sich die verschiedenen Lerntypen: - Der visuelle Typ lernt am leichtesten über das Auge. Er behält sich Bilder besser als Worte und ist mit einem Foto, Film oder einer Grafik gut bedient. Ideal ist für ihn je nach Alter das Arbeiten mit Lernpostern, Mindmaps, Flip Charts, Lernkarteien, mit bunten Stiften und Foto- oder Videomaterial. Auch mathematische Inhalte lernt er besser über Schaubilder als über rein verbale Erklärungen.
- Der auditive Typ arbeitet am besten über das Ohr. Bilder verarbeitet er nur oberflächlich, aber Gehörtes speichert er verlässlich ab. Seine bevorzugten Lernhilfen sind Kassetten, MP3 Player oder Diktiergeräte, auf die er die Lerninhalte aufsprechen und dann abhören kann. Auch rhythmische Musik kann ihm als Unterlegung, zum Beispiel beim Einmaleins lernen, sehr hilfreich sein.
- Der motorische Typ sitzt nicht gerne still und benötigt die Bewegung zur Verarbeitung der gehörten oder gesehen Lerninhalte. Beim Lernen geht er im Zimmer herum, Recheneinheiten läuft er ab. Er sammelt seine Informationen und Erfahrungen beim direkten Tun, daher gehören praktische Aufgaben stets zu seinen Lieblingsaufgaben.
- Der kommunikative Typ mag Gruppengespräche, Diskussionen und Rollenspiele. Er tauscht sich gerne aus und benötigt das Feedback der anderen, um sich über die Lerninhalte klar zu werden. Alleine in seinem Zimmer mit einem Buch lernt er nur zäh und langsam.
So entdecken Sie den Lernstil Ihres Kindes Wahrscheinlich haben Sie schon eine Vermutung, welcher Lerntyp in Ihrem Kind schlummert.Doch nicht immer sind die Vorlieben und Fähigkeiten so stark ausgeprägt, dass sie gleich ins Auge fallen. Machen Sie am besten unseren Lerntyp-Test! Hier gehts zum Lerntyp-Test
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