In allen Bundesländern außer Bayern und Baden-Württemberg können Eltern nach der vierten Klasse maßgeblich mitentscheiden, welche Schulform ihr Kind in Zukunft besuchen soll. Der Notenspiegel des Kindes und die Schulempfehlung sind dabei richtungsweisend, aber nicht verpflichtend. Mit dem Abitur stehen die Chancen für die Zukunft gut – doch was muss Ihr Kind können, damit der Wechsel aufs Gymnasium nicht scheitert? Der folgende Beitrag möchte Ihnen helfen, die richtige Entscheidung in puncto Schulwahl für Ihr Kind zu treffen.
Eltern sind keine ausgebildeten Pädagogen. Sie sehen ihr Kind und seine Fähigkeiten daher selbstverständlich sehr subjektiv. Sie möchten ihm für die Zukunft alle Wege offen halten und es gleichzeitig durch die Wahl der passenden Schulform nicht überfordern. Doch wie machen Sie es richtig? PISA und der Vergleich mit anderen Ländern zeigen, dass die Weichen für den weiteren Schulweg eines Kindes in Deutschland sehr früh, vielleicht zu früh, gestellt werden und Zeugnisnoten daher möglicherweise nicht so aussagekräftig sind, wie sie sein sollten. Außer in Berlin und Brandenburg (6 Grundschuljahre) endet die verpflichtende Grundschule überall nach der vierten Klasse, und alle Schüler müssen in die Sekundarstufe 1 eintreten, die auf eine weitere schulische Laufbahn oder eine Ausbildung vorbereitet. Doch viele Kinder sind mit 10 Jahren, also nach dem Abschluss der Grundschule, noch nicht so weit, ihre Talente, Fähigkeiten und Begabungen schon deutlich zu zeigen. Manche Kinder sind so genannte Spätentwickler. Einfach ist die Entscheidung über die weitere Schullaufbahn nur bei sehr guten oder sehr schlechten Schülern. Doch die meisten Kinder liegen eher im Mittelfeld.
Folgende Informationsmöglichkeiten sollten Sie schon ab der 3. Klasse nutzen: Informationsveranstaltungen der weiterführenden Schulen (Tag der offenen Tür). Besuchen Sie mit Ihrem Kind die in Frage kommenden Schulen, um sich über die dort herrschende Lernatmosphäre und das pädagogische Konzept schlau zu machen.
- Sprechen Sie mit den Lehrern Ihres Kindes und lassen Sie sich den Leistungsstand genau erklären. Fragen Sie nach den Stärken und Schwächen und ob eine gezielte Förderung sinnvoll ist.
- Vergleichen Sie die Leistungen Ihres Kindes mit denen seiner Klassenkameraden. Wenn Mitschüler öfters bei
ihnen zu Hause sind und die Kinder gemeinsam Hausaufgaben machen, bekommen Sie hier wichtige Informationen. - Prüfen Sie, wie selbstständig Ihr Kind arbeiten kann. Braucht es für alle schulischen Aufgaben noch Ihre Unterstützung? Denkt es selbst an Sportzeug, Malsachen oder anderes Material, das im Unterricht benötigt wird?
Fragen Sie auch Ihr Kind, welche Schule es am liebsten besuchen möchte. Zeigt Ihr Kind eine große Abneigung gegen höhere Leistungsanforderungen und verweigert es trotz intellektueller Voraussetzungen immer wieder das Lernen, sollten Sie sich den gymnasialen Weg noch mal gut überlegen. Nicht nur die Intelligenz, sondern auch das Arbeitsverhalten und die Motivation des Kindes zählen. Aber Achtung: Die Entscheidung über die weitere Schulform liegt nicht bei Ihrem Kind. Prüfen Sie sich, ob Sie Ihrem Kind den nötigen Rückhalt für die nächsten acht Schuljahre geben können. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Ihr Kind Sie für Hausaufgaben und andere schulische Projekte auf dem Gymnasium mehr in Anspruch nehmen als bei anderen Schulformen.
Elternwille oder Schulempfehlung?| Checkliste: Das sollte Ihr Kind fürs Gymnasium können | |
Mit der Überprüfung der obigen Punkte kommen Sie Ihrer Entscheidung schon ein ganzes Stück näher. Es passiert trotz sorgfältiger Abwägung aber immer wieder, dass die Empfehlung der Schule nicht mit der Wahl der Eltern übereinstimmt, denn beide Parteien erleben ein Kind in unterschiedlichen Situationen und können deswegen zu abweichenden Einschätzungen kommen. Ein Dilemma für Väter und Mütter, dem sie oft ratlos gegenüberstehen. Welchen Weg sollen Sie wählen, wo ist Ihr Kind am besten aufgehoben und wo kann es sein Potenzial optimal entfalten? Je leichter die Fähigkeiten und Begabungen Ihres Kindes zu erkennen sind, desto leichter fällt natürlich die entsprechende Festlegung. Leistungswille, Intelligenz, Begabung, Lerntempo und Selbstbewusstsein eines Kindes sollten bestimmen, wie sein weiterer Schulweg aussieht. Seine Wünsche für die eigene Zukunft, sein Interesse an Neuem und die individuelle Lernbereitschaft sind richtungsweisend. Aber auch die Noten in den Hauptfächern zeigen, was es leisten kann. Mit unserer Checkliste (siehe unten) möchten wir Ihnen die Entscheidung erleichtern. Je mehr der Aussagen Sie mit „oft“ beantworten konnten, desto leichter wird Ihr Kind es auf dem Gymnasium haben. desto leichter fällt natürlich die entsprechende Festlegung. Leistungswille, Intelligenz, Begabung, Lerntempo und Selbstbewusstsein eines Kindes sollten bestimmen, wie sein weiterer Schulweg aussieht. Seine Wünsche für die eigene Zukunft, sein Interesse an Neuem und die individuelle Lernbereitschaft sind richtungsweisend. Aber auch die Noten in den Hauptfächern zeigen, was es leisten kann. Mit unserer Checkliste (siehe unten) möchten wir Ihnen die Entscheidung erleichtern. Je mehr der Aussagen Sie mit „oft“ beantworten konnten, desto leichter wird Ihr Kind es auf dem Gymnasium haben. Falls Sie weiterhin unsicher sind, welche Schulform für Ihr Kind die richtige ist, sollten Sie unbedingt noch weitere Meinungen einholen. Auch Beratungslehrer, Fachleute von Erziehungsberatungsstellen oder Schulpsychologen dürfen Sie ruhig miteinbeziehen, um für Ihr Kind die passende Schulform zu finden. In einigen Fällen ist auch ein Intelligenztest sinnvoll, beispielsweise wenn die Leistungen Ihres Kindes in den unterschiedlichen Fächern stark schwanken. Mein Tipp: Machen Sie sich klar, dass die Entscheidung zwar wichtig, aber auch nicht unveränderbar ist. Wenn Sie zwischen Realschule und Gymnasium schwanken, ist es einen Versuch wert zu überprüfen, ob Ihr Kind durch die leistungsfördernde Atmosphäre eines Gymnasiums angesteckt wird. Zeigt sich allerdings, dass Ihr Kind dort überfordert ist, müssen Sie einen Schulwechsel ohne Vorwürfe oder Enttäuschung vornehmen. Bedenken Sie, dass ein Vierer-Abitur mit Ach und Krach ein zu hoher Preis für jahrelange Quälerei und Minderwertigkeitsgefühle ist. Übertrittsregelungen der Bundesländer Wir haben eine Tabelle für Sie, die Ihnen die unterschiedlichen Übertrittsregelungen der Bundesländer übersichtlich und geordnet zeigt. Sie finden diese Tabelle in der Mai-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß". Hier können Sie die Ausgabe als .pdf herunterladen.
Verwandte Themen:
|