Viele Eltern stellen heute immer höhere Anforderungen an die Schule und die Lehrer ihrer Kinder. Sie scheuen sich nicht, ihrer Meinung deutlich Ausdruck zu verleihen, denn das Vertrauen in deutsche Bildungsanstalten ist angeschlagen. Doch gegenseitige Vorwürfe bringen beide Parteien nicht weiter. Lesen Sie hier, wie Sie Lehrergespräche konstruktiv führen können.
Persönliche Gespräche zwischen Eltern und Lehrern finden in den meisten Schulen nicht allzu oft statt. Neben den geregelten Elternsprechtagen bleibt wenig Zeit, sich in kurzen Abständen über die Entwicklung einzelner Schüler auszutauschen. Wenn Eltern doch häufiger in die Schule gebeten werden, sind die Inhalte solcher Gespräche meistens nicht erfreulich. Erst wenn Konflikte aufbrechen, ein schlechtes Zeugnis ansteht oder das Fehlverhalten eines Kindes angesprochen werden muss, kommen Eltern und Lehrkräfte außerplanmäßig zusammen. Regelmäßige (positive) Rückmeldungen im Abstand von ein bis zwei Monaten sind aber besonders in der Grundschule und nach dem Wechsel auf die weiter führende Schule sehr hilfreich. Im Stundenplan der meisten Schulen ist das jedoch nicht vorgesehen, sodass es beim Lehrergespräch häufig um Konfliktsituationen geht. Zeit ist knapp – und das gilt auch in deutschen Klassenzimmern. Meist sind weder Eltern noch Lehrer auf solche Gespräche ausreichend vorbereitet, so dass grundlegende Gesprächsregeln nicht eingehalten werden und sich beide Parteien mit einem unguten Gefühl voneinander trennen. Diese drei Gesprächsfallen sollten Sie unbedingt vermeiden:1. Falle: Schuldzuweisungen und Vorwürfe machen
- „Sie können mein Kind sowieso nicht leiden.“
- „Bei Ihrem eintönigen Unterricht ist es ja kein Wunder, dass sich mein Kind langweilt.“
- „Immer bekommt mein Kind den Ärger, dabei sind die anderen ebenso schuld.“
- „Bei dem Lärm in der Klasse kann mein Kind sich ja nicht konzentrieren.“
- „Zu Hause ist mein Kind nicht so, das muss also an ihrem Unterricht liegen.“
- „Die Klasse ist viel zu groß, da kann niemand richtig lernen.“
- „Ich hab ja gleich gesagt, dass mein Kind in der ersten Reihe sitzen soll.“
Natürlich sind es nicht nur die Eltern, die ein Gespräch mit Schuldzuweisungen und Vorwürfen bestreiten. Auch Lehrer suchen gerne die Schuld bei anderen, denn das ist ein durchaus menschliches Verhalten. Doch durch Schuldzuweisungen und Vorwürfe verändert sich nichts an der angesprochenen Konfliktsituation. Mein Tipp: Zeigen Sie Ihre Emotionen und Gefühle wie Schock, Enttäuschung oder Sorge ruhig gegenüber der Lehrkraft und verschanzen Sie sich nicht hinter Vorwürfen. Nur so kann ein ehrlicher Austausch im Interesse Ihres Kindes gelingen. 2. Falle: Falsche, unhaltbare Versprechen machen Solche oft unhaltbaren Versprechungen setzen Sie enorm unter Druck, was die Gesamtsituation überhaupt nicht verbessert. Diesen Druck, dass sich sofort etwas verändern muss, übertragen Eltern nämlich umgehend auf ihr Kind, das sein Verhalten mit Sicherheit nicht von einem Tag auf den andern ändern kann. Mein Tipp: Vereinbaren Sie realisierbare Kurzziele, die im nächsten Gespräch überprüft werden können. Zum Beispiel: Ab sofort achte ich darauf, dass mein Kind seine Hausaufgaben direkt nach dem Mittagessen macht. So kann ich leicht feststellen, ob es sich besser konzentrieren kann. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß" bestellen.
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