Sobald der Arzt die Ursache für die Schwierigkeiten Ihres Kindes herausgefunden hat, kann mit einer zielgerichteten Therapie begonnen werden. Der jeweilige Behandlungsansatz richtet sich sowohl nach den diagnostischen Ergebnissen als auch nach den Möglichkeiten jeder einzelnen Familie.
Es gibt sehr viele unterschiedliche Ansätze zur Behandlung der verschiedenen Wahrnehmungsstörungen und zur Bewältigung der damit verbundenen Folgen für Ihr Kind. In der Regel finden die Mediziner keine erkennbaren körperlichen Ursachen für Wahrnehmungsstörungen und verschreiben daher eine Behandlungsform, bei der die speziellen Fähigkeiten Ihres Kindes durch Übungen trainiert werden. Aber auch das familiäre und das schulische Umfeld werden in die Behandlung miteinbezogen. Dies kann unter anderem bedeuten: ErgotherapieDie Ergotherapie wird vom Kinderarzt verordnet und von den Krankenkassen bezahlt. Sie umfasst ein gezieltes Training für motorische Koordination, Aufmerksamkeit sowie Wahrnehmung und hilft Kindern, ihren Körper besser kennen zu lernen und sich geschickter zu bewegen. Sie arbeitet Entwicklungsverzögerungen auf, indem sowohl die Grob- und Feinmotorik als auch die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche gezielt gefördert werden. Durch die Verbesserung der Integration aller Sinne können behandelte Kinder auditive und visuelle Reize besser aufnehmen und sich länger konzentrieren. Die (auch) für den Schulerfolg wichtigen Grundfähigkeiten werden so stabilisiert.
LogopädieWenn Kinder Artikulationsstörungen haben, also Laute oder Wörter nicht richtig aussprechen können, ist eine logopädische Behandlung notwendig. Auch sie wird vom Kinderarzt verschrieben und ihre Kosten von den Krankenkassen übernommen. Die Störungen werden von Logopäden in Einzelsitzungen oder in kleinen Gruppen spielerisch behandelt. Dabei ist die Therapie an die Symptome, an das Alter des Kindes und an seinen Entwicklungsstand angepasst. Auch Kinder, deren Redefluss gestört ist, die stottern, poltern, lispeln oder stammeln, profitieren von logopädischer Behandlung. Psychomotorik oder KrankengymnastikDiese Form der Therapie ist für Kinder geeignet, die in ihrer motorischen, sensorischen und psychomotorischen Entwicklung unterstützt werden müssen. Sie findet auf neurophysiologischer Basis statt und arbeitet mit verschiedenen Behandlungsansätzen (z.B. Bobath, sensorische Integration, Vojta, Affolter u.a.). Die Physiotherapie stärkt die Motorik durch Bewegungsspiele, fördert die einzelnen Wahrnehmungsbereiche, stärkt die Selbstständigkeit im Handeln und die psycho-emotionale Entwicklung. Sie ist beispielsweise geeignet für Kinder mit einer gesteigerten Ermüdbarkeit, Sensibilitätsstörungen und Fehlhaltungen. Ob die Kosten für eine psychomotorische Behandlung von der Krankenkasse übernommen werden, muss im jeweiligen Einzelfall abgefragt werden. Krankengymnastik wird in der Regel bezahlt. MusiktherapieIn der Musiktherapie lernen Kinder, ihre Gefühle zu erleben und auszudrücken, ihre Kontaktfähigkeit auszubauen und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Mit Klängen werden sie insgesamt angeregt und ihre Fantasie gefördert. Über den Umgang mit Musik und vielfältigen Instrumenten üben Kinder zu lauschen und aufeinander zu hören. Unruhige Kinder können über die Musik zur Ruhe finden und sich entspannen sowie entwicklungsfördernde Erfahrungen machen. Musiktherapie ist geeignet für ängstliche, aggressive und kontaktscheue Kinder, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Ob die Kosten für eine Musiktherapie von den Krankenkassen übernommen werden, muss im Einzelfall geklärt werden. Verhaltenstherapie für Eltern und KinderIn einer Verhaltenstherapie lernen Kinder, unerwünschte Verhaltensweisen abzulegen und durch neue zu ersetzen. Bei einigen Wahrnehmungsstörungen ist es hilfreich, wenn die Umgebung reizärmer gestaltet wird und die Kinder und Eltern das Zusammenleben durch neue Strukturen regeln. Hilfreich ist dies besonders bei Hyperaktivität und bei Kindern mit einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS), die sich selbst nur schlecht steuern können und auf Außenreize viel zu impulsiv reagieren. Eine genaue Problem- und Verhaltensanalyse hilft zu Beginn der Therapie herauszufinden, von welchen Reizbedingungen das jeweilige Verhalten abhängt. Auf der Basis dieser Faktoren wird dann ein individuelles Therapieprogramm erarbeitet. Die Plätze für Verhaltenstherapien bei erfahrenen, kassenzugelassenen Therapeuten sind gar nicht so leicht zu bekommen, denn die Nachfrage ist hier höher als das Angebot. Weitere erfolgreiche Therapiemöglichkeiten wie z.B. therapeutisches Reiten oder die Lerntherapie finden Sie in der Schwerpunktausgabe Wahrnehmung fördern von "Lernen und Fördern mit Spaß".
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