Geschmeidigkeit, Gelassenheit, ein gesundes Körpergefühl und eine hohe Konzentrationsfähigkeit sollten für alle Schulkinder eine Selbstverständlichkeit sein. Leider steigt die Zahl der Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsstörungen und Bewegungsmangel immer weiter an – mit verheerenden Auswirkungen auf Schulerfolg und Lebensperspektiven. Tai-Chi ist eine von vielen Möglichkeiten, wie Ihr Kind mehr Ruhe und Körperbewusstsein erlangen kann.
Tai-Chi (auch Taiji geschrieben, Taitschi gesprochen) ist als ganzheitliche Gesundheitsübung für Menschen jeden Alters geeignet und besonders in China ein sehr populärer Sport. Überall sieht man jüngere und ältere Menschen, die das so genannte Schattenboxen praktizieren. Es zeichnet sich durch besonders langsame, konzentrierte Bewegungen aus, die den Energiefluss des Qi stärken sollen. Die jahrhundertealte chinesische Bewegungsform hat ihren Ursprung in der Kampfkunst. Durch langsame, ästhetische Bewegungen wird der Ausgleich zwischen dem Ying (passiv) und dem Yang (aktiv) hergestellt. Harmonie für Körper und GeistTai-Chi fördert nachgewiesenermaßen den Heilungsprozess, es entspannt und stärkt die Körperwahrnehmung. Für Kinder und Jugendliche stehen jedoch andere Ziele im Vordergrund. Hier geht es in erster Linie darum, die Konzentrationsfähigkeit zu stärken (positiv), ausdauernder zu werden, selbstbewusster zu werden und innere Stärke zu bekommen, Verantwortung für andere zu übernehmen, ein besseres Gleichgewicht zu empfinden zu entwickeln, geduldiger und gelassener zu werden, den gezielten Umgang mit Krafteinwirkung zu spüren, Respekt und Achtung anderen gegenüber zu bekommen, - das Sozialverhalten zu fördern und
- die körperliche Geschmeidigkeit zu erhalten.
Den Atem richtig einsetzenNeben der entsprechenden Grundhaltung ist auch die richtige Atemtechnik wichtig für das Gelingen der Übungen. Im ersten, aufsteigenden Teil der Übung soll Ihr Kind tief in den Bauch einatmen, beim Absenken der Arme und Beine dann wieder entspannt ausatmen. Das Einatmen sollte durch die Nase, das Ausatmen jedoch durch den Mund erfolgen. Dadurch werden die Übungen kraftvoller, die gesamte Bewegung energetischer. Begleiten Sie die Übungen auf jeden Fall anfangs mit Worten wie „hoch – Luft ein, tief – Luft raus“, damit Ihr Kind automatisch die richtige Atmung praktiziert. Hat sich ein falscher Atemrhythmus erst einmal eingeschlichen, ist es schwer, ihn nachträglich zu verändern. Wenn das klappt, können Sie auf den Atemweg achten (Nase ein, Mund aus). Aber Achtung: Es ist nicht einfach, am Anfang an alles gleichzeitig zu denken. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit, die Atmung, die Haltung und die Schrittfolgen nach und nach zu koordinieren. Je öfter es übt, desto mehr werden die einzelnen Aspekte des Tai-Chi miteinander verbunden. Weitere konkrete Informationen über Tai-Chi und interessante Anregungen finden Sie in der August-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß".
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