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24.09.2017

Freizeit-Kleidung giftiger als man denkt

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Giftige Schadstoffe in Regenkleidung und Stoppersocken, Allergie auslösende Farbstoffe, unnötige Textilausrüstung… Die Liste dessen, was Sie Kinderhaut besser nicht zumuten sollten, ist lang. Lesen Sie hier, wie Sie Schadstoffe in der Kleidung Ihre Kinder trotzdem vermeiden.

Das kindliche Immunsystem „übt“ noch, die Haut ist besonders weich und durchlässig. Deshalb sind gerade Kinder durch Schadstoffe in der Kleidung besonders stark gefährdet.

Schadstoffe in der Kleidung:
Warum 100 Prozent Baumwolle längst nicht pure Natur ist

Schwören Sie auch auf „100 Prozent Baumwolle“ bei Kinderkleidung? Selbst wenn „reine Baumwolle“ auf dem Etikett einer rosa Kinderbluse draufsteht, ist leider nicht „reine“ Baumwolle drin. In Wahrheit könnte das gute Stück z.B. folgendermaßen zusammengesetzt sein:

  • 73 Prozent Baumwolle
  •   2 Prozent Polyacryl
  •   8 Prozent Farbstoffe
  • 14 Prozent Harnstoff-Formaldehydharz
  •   3 Prozent Weichmacher
  •   0,3 Prozent Optische Aufheller

Die Auszeichnung auf dem Etikett ist trotzdem völlig legal, denn dort müssen nicht etwa die Bestandteile des fertigen Kleidungsstückes angegeben sein, sondern lediglich die verwendeten textilen Fasern. Die so genannte „Veredelung“ von Textilien durch Bleichen, Färben oder knitterfreie Ausrüstung mithilfe von Chemikalien ist jedoch nur ein Teil des Schadstoffproblems.

Baumwolle wird überwiegend in Monokultur angebaut und ist daher stark durch Schädlingsbefall bedroht. Deswegen werden die Baumwollpflanzen bis zur Ernte bis zu 25-mal mit Pestiziden behandelt. Vor der Ernte werden sie dann noch mit einem Entlaubungsmittel besprüht, damit alle Blätter abfallen, bevor eine Erntemaschine die Früchte mit den Samenhaaren pflücken kann. Durch die Verarbeitung der Baumwolle werden diese Schadstoffe zwar deutlich reduziert, aber eben nicht vollständig entfernt.

Auch Wolle ist nicht unbedingt „ohne“

Bekleidung aus Wolle wird wegen ihrer temperatur- und feuchtigkeitsausgleichenden Eigenschaften für Babys und kleine Kinder besonders empfohlen. Weil Schafe aber von allerlei Parasiten befallen werden, werden sie bei konventioneller Haltung häufig mit Insektiziden behandelt. Diese reichern sich dann im Wollfett an. Deshalb können insbesondere bei naturbelassener Wolle aus konventioneller Schafhaltung Insektizid-Rückstände zurückbleiben.

Achten Sie immer darauf, dass bei Wollsachen auf dem Etikett „reine Schurwolle“ steht. Heißt es dort nämlich nur „reine Wolle“, stammt die Wolle nicht unbedingt direkt vom Schaf, sondern kann auch aus Reißwolle bestehen.

Für Kinder besonders relevant: Stoppersocken und Regenkleidung

Als besonders schadstoffbelastet herausgestellt haben sich in der Vergangenheit die praktischen Stoppersocken, Regenjacken und Matschhosen – Kleidungsstücke, die besonders von Kindern getragen werden.

Regenkleidung ist mit Fluorchemikalien wasserdicht imprägniert, die sich auf Dauer in der Leber anreichern und – zumindest im Tierversuch –Missbildungen und Krebs auslösen können. Zwar tragen Kinder die Regenkleidung nicht direkt auf der Haut, doch ist bisher nicht bekannt, wie hoch das Gesundheitsrisiko ist. Diese Chemikalien sind nämlich wasserlöslich und könnten bei richtig „durchgeweichten“ Regensachen eben doch auf die Haut gelangen. Außerdem findet sich daneben noch ein regelrechter Schadstoffcocktail – unter anderem Weichmacher, die im Verdacht stehen, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Die Zeitschrift Öko-Test hat in der Ausgabe 11/05 14 Regenjacken gestestet. Dabei wurden 13 Jacken mit „mangelhaft“ oder gar „ungenügend“ bewertet. Nur eine einzige, die Kinderregenjacke von H&M, bekam die Note „befriedigend“.

Auch in Kindersocken mit ABS-Beschichtung stecken teils hohe Konzentrationen von Weichmachern. Die Antirutsch-Beschichtung besteht meist aus einem PVC-haltigen Material, das durchschnittlich 20Prozent Weichmacher enthält. Weil die Kinder die Socken oft den ganzen Tag tragen und die Chemikalien beim Schwitzen über die Haut besonders leicht in den Körper gelangen können, ist das höchst bedenklich!

Es geht jedoch auch ohne Schadstoffe, wenn die Söckchen wie bei H&M mit Silikon beschichtet sind. Naturtextilhersteller wie z.B. Hess Natur haben inzwischen reagiert und bieten ebenfalls unbedenkliche Stoppersocken an.

Mit diesen Schadstoffen in der Kleidung müssen Sie rechnen

  • Formaldehyd wird verwendet, um Textilien pflegeleicht und knitterfrei zu machen. Es kann Hautreizungen und Allergien auslösen.

  • Triclosan ist ein chemisches Desinfektionsmittel, mit dem Wäsche, Sportbekleidung oder Socken antibakteriell ausgerüstet werden. Es kann zu Hautreizungen und Allergien führen und wird obendrein über die Haut aufgenommen, sodass es sich im Körper anreichert. Im Tierversuch wurden Schäden an Leber und Niere beobachtet.

  • Azofarbstoffe können Allergien auslösen, vor allem die Farben Blau, Schwarz, Rot und Gelb. Gefährdet sind insbesondere Hautstellen, an denen die gefärbten Textilien eng an der Haut liegen und/oder man stärker schwitzt. Deshalb sollten Sie von dunkler Unterwäsche Abstand nehmen und auch bei Leggins wachsam sein. Als Faustregel gilt: Alles, was beim Waschen stark ausblutet, kann auch beim Schwitzen Farbe an die Haut abgeben! Dunkle Kleidungsstücke sollten Sie grundsätzlich zweimal waschen vor dem Tragen!

  • Optische Aufheller bewirken, dass Stoffe weißer aussehen. Leider können sie sich auf der Haut ablagern und zu allergischen Reaktionen führen.

Setzen Sie auf Natur

Um Schadstoffe in der Kleidung zu vermeiden, ist es am sichersten, auf Naturtextilien zu setzen. Hersteller von zertifizierten und damit verlässlichen Naturtextilien verwenden nur kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle (kbA) oder Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Giftige Veredelungsmaßnahmen oder Farbstoffe sind absolut tabu. Wer ungefärbte und trotzdem nicht langweilige Kleidung kaufen möchte, kann auf farbig gewachsene Baumwolle zurückgreifen, die es in den Farben grün und braun gibt.

Welchem Naturtextil-Label können Sie vertrauen?

Wie Sie schon oben lesen konnten, bietet die Angabe „reine Baumwolle“ keinerlei Schutz vor Chemie. Aber auch Bezeichnungen wie „naturbelassen“, „öko-“ oder „bio-“ sind keine Garantie für gesunde und schadstoffarme Kleidung.

Als inoffizielle Leitlinie hat sich der „Öko-Tex Standard 100“ in der Textilbranche durchgesetzt (siehe Tabelle). Am anspruchsvollsten ist das Label „Naturtextil“, bei dem z.B. Allergiker eine umfassende Auskunft über die verwendeten Stoffe erhalten können. Leider haben die gesunden Öko-Klamotten auch ihren Preis: Sie müssen bis zu 30 Prozent mehr ausgeben als für „normale“ Kleidung. Der Verzicht auf chemische Textilbehandlung und somit  Schadstoffe in der Kleidung schlägt sich hier deutlich nieder.

Bei Gesundheitslabeln geht es ausschließlich um die Schadstofffreiheit, während bei Umweltlabeln die Anbau- und Produktionsmethoden umweltverträglich sein müssen (daher bei Umweltlabeln meist Textilien aus kontrolliertem Öko-Anbau). Soziallabel garantieren sozialverträgliche Produktionsbedingungen, etwa Verbot von Kinderarbeit.

6 wichtige Tipps für den Kleiderkauf 

  • Verzichten Sie auf Textilien, die wahrnehmbar nach Chemie riechen. Ideal sind natürlich Kleidungsstücke aus ökologisch angebauten Naturfasern.
  • Kaufen Sie keine Kleidung, die antimikrobiell ausgerüstet ist und unter der Bezeichnung „sanitized“ angeboten wird. Denn da kann gesundheitsschädliches Triclosan drinstecken.
  • Vermeiden Sie Textilien, die als „bügelfrei“, „hochveredelt“ oder „wash and wear“ ausgelobt sind, denn diese sind in aller Regel chemisch ausgerüstet.

Mein Tipp: Wenn Sie Kinderkleidung second hand kaufen, schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sonder in vielen Fällen auch die Haut Ihres Kindes. Die meisten Schadstoffe sind durch mehrmaliges Waschen beim kleinen Vorbesitzer der Kleidung schon ausgespült worden.

Mehr Informationen zu rund um die Gesundheit Ihres Kindes erhalten Sie hier

 


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