Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa werden die Schulkinder laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) immer dicker. Schon heute leidet jedes vierte bis fünfte Kind unter Fettsucht. Unter den Schulanfängern hat sich demnach die Zahl der Übergewichtigen in 25 Jahren verdoppelt, bei den 10-Jährigen sogar vervierfacht. Rund 20 bis 25 % von ihnen gelten bereits als übergewichtig und damit gefährdet, als junge Erwachsene an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Neben zu wenig Bewegung ist in erster Linie falsche Ernährung der Grund für diese Entwicklung. Süße Snacks bei den Hausaufgaben, beim Fernsehen und als Imbiss in der Schule unterstützen diese Entwicklung. Die zunehmende Werbung für spezielle Kinderlebensmittel, meist mit hohem Fett- oder Zuckergehalt, ist europaweit ansteigend, und auch in den Schulen wird zunehmend Süßes verkauft. Besonders am Wochenende, wenn Kinder lange viel fernsehen, werden sie mit attraktiv aufbereiteten Lebensmittelspots manchmal bis zu 20-mal pro Stunde bombardiert. So werden auch harmlose Kindersendungen zu einer gesundheitlichen Gefahr, denn es ist kein Wunder, wenn sie Lust auf Schokolade, Würstchen und Limonade machen. Ein unheilvoller Kreislauf, denn durch die Gewichtszunahme werden die Kinder noch träger und verbringen noch mehr Zeit vor dem Bildschirm, anstatt sich zu bewegen.
Mein Tipp: Vermeiden Sie das Essen zum Fernsehen oder zu den Hausaufgaben von Anfang an. Das gilt für die ganze Familie. Wenn Ihr Kind unbedingt etwas knabbern möchte, bieten Sie ihm Salzstangen, Gemüsesticks, Reiscracker und Mineralwasser an. Wenn Fernseher oder Computer beim Essen grundsätzlich ausgeschaltet bleiben, fällt es Kindern leichter, diese beiden Tätigkeiten zu trennen. Auch kleine Mahlzeiten zwischendurch sollten am Ess- oder Küchentisch eingenommen werden. Ganz wichtig: Seien Sie Vorbild und essen auch Sie nicht vor dem Fernseher. Computerspiele können süchtig machenSie machen sich Sorgen, weil Ihr Kind zu oft und zu lange vor dem Computer sitzt und online gegen virtuelle Gegner kämpft oder neue Spiele ausprobiert? Häufig werden dabei schnell die Hausaufgaben und Freunde vernachlässigt? Haben Sie die Befürchtung, dass auch Ihr Kind vielleicht computersüchtig ist oder werden könnte? Wissenschaftler am Berliner Universitätsklinikum Charité haben kürzlich in einer Studie herausgefunden, dass unkontrolliertes, andauerndes Computerspielen ähnliche Suchtmechanismen erzeugt wie Alkoholismus oder Cannabisabhängigkeit. Nach Schätzungen zeigten bereits etwa 8 Prozent der 14- bis 18-jährigen Schüler Suchtmerkmale im Umgang mit PC und Internet. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben ein unstillbares Verlangen nach Computerspielen. Sie haben Entzugssymptome, vernachlässigen andere Interessen, leiden unter Kontrollverlust und spielen trotz schädlicher Folgen wie Kopf- oder Muskelschmerzen weiter. Oft sind sie alleine nicht mehr in der Lage, der starken Anziehungskraft des Computerspiels (online oder offline) zu widerstehen, und merken gar nicht, wie viel Zeit sie vor dem Rechner verbringen. Die Schule tritt immer mehr in den Hintergrund und die Leistungen fallen ab. Ist solch eine Intensität erreicht, gelingt es Eltern kaum noch, ihr Kind vom PC wegzulotsen. Anstatt abzuwarten und zu hoffen, dass sich dieses Verhalten von allein legt, sollten Sie unbedingt fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Helfen können hier Erziehungs- und Suchtberatungsstellen. Mein Tipp: Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen. Begrenzen Sie die Zeit, in der Ihr Kind am Computer spielen darf. Ab und zu sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind am Computer oder an der Konsole spielen. Lassen Sie sich von Ihrem Kind die PC-Spiele erklären, die es gerne nutzt. Ihr Kind wird stolz sein, auch Ihnen einmal etwas beibringen zu können. So erhalten Sie die Gelegenheit, das Verhalten Ihres Kindes am Bildschirm einzuschätzen. Fordern Sie als Gegenleistung, dass der Rechner auch mal ausgeschaltet bleibt und Sie gemeinsam ein Brettspiel spielen. Nahezu alle Kinder brauchen interessante Alternativen zu den attraktiven Bildschirmmedien, denn von selbst können sie den starken Reizen kaum widerstehen. Um nicht jeden Tag neu darüber zu diskutieren, ist eine Vereinbarung über feste Fernseh- und Computerzeiten hilfreich. Für Grundschulkinder ist höchstens eine Stunde pro Tag angebracht, bei Jugendlichen kann es auch eine halbe Stunde mehr sein. Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Print-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß"
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