Wenn Kinder Wahrnehmungsstörungen haben, sind Eltern nicht nur besorgt, sondern möchten auch wissen, welche Ursachen diesen Schwierigkeiten zu Grunde liegen. Es gibt es eine ganze Reihe von Erklärungen und Hinweisen, aber nicht immer lässt sich eindeutig herausfinden, woher die Defizite kommen.
Liegen bei Ihrem Kind ernst zu nehmende Hinweise auf massive Schwierigkeiten mit einem oder mehreren Sinnen vor, muss professionell überprüft werden, ob es tatsächlich an behandlungsbedürftigen Wahrnehmungsstörungen leidet oder es sich eher um eine vorübergehende Wahrnehmungsschwäche handelt. Der richtige Ansprechpartner dafür ist zunächst einmal der Kinderarzt. Anhand verschiedener Tests klärt er die allgemeine Entwicklung Ihres Kindes ab. Die körperliche Gesundheit, die Funktion von Sinnesorganen und die Reizweiterleitung werden überprüft. Weiterhin sollte das Verhalten im Alltag, also in verschiedenen Lebensbereichen wie Schule, zu Hause und Freundeskreis, erfasst und beurteilt werden.
Seit 1976 gibt es in Deutschland die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder, seit 1991 sind sie in allen Bundesländern einheitlich. Im Mittelpunkt der Untersuchungen U4 bis U6 (im 1. Lebensjahr des Kindes) stehen die Entwicklung der altersgemäßen Reaktionsfähigkeit und die Sprachentwicklung. Bis zur Einschulung wird dann in der U7, U8 und U9 zusätzlich die altersgemäße Sprachentwicklung kontrolliert sowie u.a. nach folgenden Verhaltensauffälligkeiten geschaut:
Natürlich können Sie auch nach der Einschulung Ihr Kind regelmäßig beim Kinderarzt vorstellen, besonders wenn Ihnen ungewöhnliche Verhaltensweisen auffallen oder Ihr Kind Schwierigkeiten im Lern- und Leistungsbereich entwickelt. Kann der Kinderarzt nicht alle Fragen zufrieden stellend klären, wird er Ihr Kind zwecks genauerer Prüfung an weitere Fachärzte, zum Beispiel an einen Neurologen, HNO- oder Augenarzt, überweisen.