
Schätzungen gehen davon aus, dass Kinder und Jugendliche monatlich allein im Fernsehen mit rund 900 Werbesendungen konfrontiert werden, wenn Sie täglich zwei Stunden vor der Glotze sitzen. Doch das ist noch nicht alles, denn auch im Internet, in Zeitschriften oder in Büchern wird geworben. Helfen Sie Ihrem Kind, sich von der Werbung nicht völlig vereinnahmen zu lassen und Kaufentscheidungen objektiv zu treffen.
Unerfahrenheit und Leichtgläubigkeit von Kindern werden von der Werbeindustrie immer stärker ausgenutzt, denn mit einer Kaufkraft von jährlich rund 20 Milliarden ? sind die ca. 11 Millionen Jungen und Mädchen in Deutschland im Alter zwischen sechs und 19 Jahren eine lukrative Zielgruppe. In erster Linie wird nicht etwa Kinderspielzeug beworben, sondern vielmehr überzuckerte Lebensmittel (Schokoriegel, Kinderjogurt, Süßigkeiten), Mobiltelefone mit ihren kostenpflichtigen Extra-Diensten oder Softdrinks, CDs, DVDs und Markenkleidung. Die Werbung nimmt dabei immer jüngere Kinder ins Visier und manipuliert sie mit speziell auf diese Altersgruppe konzipierten Bildern und Slogans. Werbung oder Kindersendung?Bereits mit drei Jahren erkennen Kinder Markenlogos und reagieren auf Symbole wie das McDonald’s-Logo oder das Posthorn, aber erst im schulpflichtigen Alter können sie zwischen Werbung und Kinderprogramm wirklich unterscheiden. Vor der Einschulung und im Grundschulalter schützen Sie Ihr Kind also nur nachhaltig vor Fernsehwerbung, wenn Sie jede Sendung gezielt auswählen, den Werbeblock ausblenden oder konsequent aufklären. Natürlich können Sie auch die entsprechenden Kindersendungen vorher aufnehmen und die Werbung dann herausschneiden. Einfacher ist es, wenn Ihr Kind nur ausgewählte Videos oder DVDs ansieht, die grundsätzlich frei von Werbung sind. 8 Tipps für den richtigen Umgang mit Werbung im Fernsehen bei Kindern Informieren Sie sich immer darüber, welche Sendungen Ihr Kind anschaut, lassen Sie es nicht wahllos konsumieren. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Inhalte der Sendungen, damit es lernt, das eigentliche Programm und die Werbung auseinander zu halten. Informieren Sie sich darüber, welche Produkte in den Lieblingssendungen Ihres Kindes beworben werden. Besprechen Sie beim gemeinsamen Einkauf, ob die Wünsche des Kindes eventuell etwas mit der Werbung im Fernsehen zu tun haben. Diskutieren Sie mit Ihrem Kind über die Werbung? Fragen Sie nach, warum Werbung gemacht wird und wem sie nützt. Bieten Sie Ihrem Kind Alternativprodukte an. So lernt es, dass beispielsweise andere Lebensmittel gleich gut und unter Umständen günstiger sind. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, zwischen seinen eigenen Wünschen und den von der Werbung suggerierten zu unterscheiden („Warum möchtest du dieses Produkt haben?"). Vermitteln Sie Ihrem Kind den Umfang der Werbekosten, die letztlich auf das Produkt wieder aufgeschlagen werden müssen.
Werbung wird immer raffinierterJe älter Ihr Kind wird, desto weniger können Sie überprüfen, in welchen Bereichen und in welchem Umfang es der Werbung ausgesetzt ist. So offensichtlich erkennbar wie früher, wo die meisten Werbeblöcke durch ein eigenes Jingle angekündigt wurden, ist Werbung schon längst nicht mehr. Werbebotschaften sind mittlerweile oft integriert und fügen sich wie kleine Filme oder Cartoons nahtlos in das eigentliche Fernsehprogramm ein. Durch einfache Melodien und eingängige Slogans zum Mitsingen wird darüber hinaus der Wiedererkennungswert für Kinder enorm gesteigert, Jugendliche hingegen reagieren positiv auf aktuelle Musiktitel. Mein Schutz-Tipp: Weisen Sie Ihr Kind auf solche Werbeformen hin, damit es lernt, sie zu erkennen. Fragen Sie nach, um welches Produkt es geht, damit Ihr Kind nach und nach begreift, dass es zum Kauf animiert werden soll. Weisen Sie Ihr Kind auf solche Werbeformen hin, damit es lernt, sie zu erkennen. Fragen Sie nach, um welches Produkt es geht, damit Ihr Kind nach und nach begreift, dass es zum Kauf animiert werden soll. Wodurch Ihr Kind bei Fernsehwerbung außerdem beeinflusst wird, wie Werbung im Internet abläuft und wie Sie Ihr Kind konkret vor Werbung schützen können, erfahren Sie in der März-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß". Außerdem finden Sie in dieser Ausgabe eine Checkliste, mit der Sie herausfinden wie stark Ihr Kind von Werbung beeinflusst ist und weitere, hilfreiche Schutz-Tipps.
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