Die verstärkte Diskussionen um AD(H)S, das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit Hyperaktivität, verunsichert viele Eltern mit unruhigen und bewegungsfreudigen Kindern. Ist es noch normal, wenn der Siebenjährige fast jeden Tag sein Glas beim Mittagessen umwirft, keine zehn Minuten stillsitzen kann oder seine Mutter bei jedem Telefonat stört? Oder wenn die Neunjährige sich für kein Hobby lange begeistern kann und alle vier Wochen mit einer neuen Idee kommt? Lesen Sie hier, was die Hyperaktivität ausmacht und wie Konzentration und Aufmerksamkeit gesteigert werden können.
Jonas ist ständig in Bewegung. Schon morgens, wenn er sich für die Schule anziehen soll, vollbringt der schmächtige Junge akrobatische Meisterleistungen. Er hängt sich dann mit einer Hand an sein Hochbett und zieht sich in dieser Position seine Hose und die Strümpfe an. Dann springt er noch ein wenig auf der Matratze herum und ignoriert hartnäckig das Rufen zum Frühstück. Sein Schulranzen, den er am Vortag achtlos in eine Ecke seines Zimmers geworfen hat, muss noch gepackt werden, und auch die Zähne sind noch nicht geputzt. Doch die Uhr läuft, der Unterricht wartet, und Jonas’ Eltern sind schon kurz nach dem Aufstehen erschöpft. Jeden Morgen braucht er zahlreiche Ermahnungen, um sich für die Schule fertig zu machen und endlich am Frühstückstisch zu erscheinen. Alles ist interessantErst wenn Jonas endlich die Wohnung verlassen hat und mit dem Nachbarjungen gemeinsam die wenigen Meter zur Grundschule läuft, können seine Eltern etwas aufatmen und noch in Ruhe einen Kaffee trinken. Doch oft ist der Frieden nur von kurzer Dauer, denn auch in der Schule macht Jonas Probleme. Mindestens einmal pro Woche ruft seine Lehrerin die Eltern an. Erfreuliches hat sie selten zu berichten. Jonas stört den Unterricht durch Hineinrufen, er ärgert andere Kinder, ist häufig in Streitereien verwickelt und vergisst regelmäßig seine Hausaufgaben. Im Unterricht hört er nicht zu, und den Anweisungen der Lehrerin folgt er nur sporadisch. Dabei macht Jonas das alles nicht extra und leidet selber unter den ständigen Ermahnungen. Doch er weiß nicht, wie er sich besser konzentrieren kann. Er findet einfach alles interessant, was um ihn herum vor sich geht. Wie soll er da der Lehrerin ruhig und konzentriert zuhören? Was ist los mit Jonas?Das fragen sich seine Eltern schon lange, und nach den zunehmenden Schwierigkeiten in der Schule möchten sie der Sache nun endlich auf den Grund gehen. Von Hyperaktivität und ADHS haben sie schon gehört, und auch Freunde und Bekannte sprechen sie jetzt immer öfter auf das Verhalten des Jungen an. Ein Test beim Kinderarzt soll Klarheit schaffen und sowohl Jonas als auch seinen Eltern weiterhelfen. Nach mehreren Terminen und ausführlichen Gesprächen wird bei Jonas sowohl hyperaktives Verhalten als auch eine Aufmerksamkeitsschwäche festgestellt. Ein typischer Fall, denn das auffällige Verhalten des Jungen besteht schon geraume Zeit und setzt sich in Schule und Freizeit fort. 2 hilfreiche Checklisten, mit denen Sie herausfinden können, ob Ihr Kind hyperaktiv ist bzw. eine Konzentrationsschwäche hat, finden Sie in der April-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß", die Sie als Abonnent in unserem Shop herunterladen können.
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