Wie sag ich’s meinem Kinde? Diese und andere Fragen stellen sich wohl alle Eltern, wenn es um das Thema Sexualität geht. Doch eine kindgerechte Sexualerziehung ist mehr als ein einmaliges Aufklärungsgespräch. Lesen Sie hier, wie Sie am besten reagieren, wenn Ihr Kind „peinliche“ Fragen stellt, und wie Sie ihm helfen, ein gesundes Verhältnis zu seinem Körper und zur Sexualität zu entwickeln.
Eltern assoziieren mit dem Begriff Sexualität meistens die geschlechtliche Liebe zwischen Erwachsenen. Doch Sexualität ist umfassender und beginnt nicht erst im Teenageralter: Schon der Säugling macht lustvolle Erfahrungen mit seinem Körper. Gestillt, gebadet und gestreichelt zu werden, bereitet den ganz Kleinen schon sinnliches Vergnügen. Diese frühen angenehmen Erlebnisse vermitteln ihnen das Gefühl von Wohlbefinden und stellen die Weichen für die Entwicklung eines positiven Körpergefühls und damit auch eines stabilen Selbstbewusstseins. Dabei gilt es 6 Grundregeln zu beachten:1. Respektieren Sie Schamgefühle
Kinder im Vorschulalter gehen recht unbedarft mit ihrem Körper um. Sie finden nichts dabei, nackt herumzulaufen, und haben keine Scheu an ihren Geschlechtsteilen herumzuspielen. Spätestens aber wenn die Kinder in die Schule kommen, entwickeln sie Schamgefühle: Sie ziehen sich nun nicht mehr vor jedem aus und baden lieber ohne Zuschauer. Sie entdecken, dass sie eine Intimsphäre besitzen. Das hat nichts mit Körperfeindlichkeit oder gar Verklemmtheit zu tun: Im Gegenteil: Die Entdeckung der eigenen Intimität ist ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit! Auch wenn es manchmal plötzlich kommt: Nehmen Sie die Schamgrenze Ihres Kindes immer ernst. Auch wenn Sie selber locker mit Nacktheit umgehen, sollten Sie Ihrem Kind gestatten, seine Intimzone zu schützen, wann immer es dies für nötig hält. Akzeptieren Sie es, wenn Ihr Sohn nun nicht mehr in Ihrer Anwesenheit duschen möchte oder Ihre Tochter auf einem Bikinioberteil beharrt, auch wenn von Oberweite noch gar nichts zu erkennen ist. Nur wenn Sie als Eltern die Grenzen Ihres Kindes respektieren, lernt es, dass es ganz allein über seinen Körper verfügen und entscheiden darf – eine wichtige Fähigkeit, die es entwickeln muss, um sich vor sexuellen Übergriffen schützen zu können! 2. Bleiben Sie gelassen bei Selbstbefriedigung Sexuelle Aktivitäten wird Ihr Kind ab nun streng geheim zu halten versuchen. Grundschulkinder ziehen sich – anders als Kleinkinder – zurück, wenn sie sich selbst lustvolle Gefühle bereiten, oder warten, bis abends das Licht gelöscht und die Kinderzimmertür zugezogen ist. So kann es sein, dass Sie von den sexuellen Aktivitäten Ihres Kindes gar nichts mitbekommen. Manche Kinder sind sexuell sehr experimentierfreudig, andere weniger – und das eine ist nicht besser oder schlechter als das andere. Selbstbefriedigung gehört in diese Phase des Entdeckens, aber auch „Doktorspiele“ sind in dieser Zeit angesagt. Sie dienen den Kindern dazu, sich selbst und andere ganz praktisch zu erforschen. Das alles sind natürliche Prozesse, die Eltern am besten einfach geschehen lassen sollten. Solange es Ihrem Kind gut geht, ist daran nichts Besorgniserregendes. Entgegen aller sich hartnäckig haltenden Ängste und Vorurteile werden übrigens Jungen, die sich gegenseitig streicheln oder berühren, noch lange nicht homosexuell! 3. Respektieren Sie, wenn Ihr Kind nicht mehr kuscheln will Will Ihr Kind sich in der Öffentlichkeit nicht mehr von Ihnen küssen, knuddeln oder anfassen lassen, so ist auch das ein typischer Entwicklungsschritt in diesem Alter. Nehmen Sie das nicht persönlich und seien Sie nicht gekränkt: Ihr Kind wird einfach groß und will seine Selbstständigkeit zumindest „draußen“ unter Beweis stellen. Oft sind Kinder zu Hause noch lange verschmust, würden das aber nie vor ihren Freunden zugeben. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß!" bestellen.
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