Je nachdem, welchen Lerncharakter Ihr Kind hat, wird es in der Schule mehr oder eher weniger Energie auf sorgfältiges Arbeiten, gute Noten und ehrgeiziges Lernen verwenden. Wenn Sie die Lernausrichtung Ihres Kindes kennen, fällt Ihnen die Unterstützung seiner schulischen Anstrengung erheblich leichter. Überprüfen Sie mit dem folgenden Test, ob Sie den Lerncharakter Ihres Kindes richtig einschätzen und welche passenden Lernmethoden es gibt.
Eltern und Geschwister sind für jedes Kind wichtige Vorbilder, wenn es um das eigene Lernverhalten geht. Erleben Kinder Tag für Tag, dass sich Anstrengung lohnt, Lernen Spaß macht und Wissen Zufriedenheit fördert, möchten sie die dadurch ausgelösten angenehmen Gefühle wiederholen. Sie möchten ihren Eltern gefallen und immer mehr Lob und Anerkennung für ihre Leistungen erhalten. Doch auch ein überaus positives, förderndes und ermutigendes Familienklima kann nur das unterstützen und entwickeln, was als Anlage bereits vorhanden ist. Wie alle Menschen sind auch Kinder überaus unterschiedlich und mit verschiedenen Charakterzügen ausgestattet. Das hat auch Einfluss auf ihr Lernverhalten. Zu welchem Lerncharakter Ihr Kind neigt, können Sie bereits im Vorschulalter, besonders dann aber in der Grundschule erkennen. Lesen Sie sich die folgenden Beschreibungen sorgfältig durch. Kreuzen Sie an, wenn eine Eigenschaft auf Ihr Kind zutrifft. Die folgenden Charakterisierungen sind nahezu in jeder Schulklasse vertreten. Dabei ist die Reinform eines Typs eher selten, vielmehr vereint die Mehrzahl aller Schülerinnen und Schüler zwei bis drei Lerncharakter in sich, deren Ausprägung sich mit zunehmendem Alter verändern kann. 9 Lerntypen aus deutschen Schulklassen und wie Sie damit am besten umgehen1. Merkmale für den Senkrechtstarter Zeigte Ihr Kind schon vor der Schule ungewöhnliche Leistungen, interessierte es sich z. B. stark für das Lesen, Schreiben und Rechnen? - Hat Ihr Kind ältere Geschwister, die es auf die Schule neugierig gemacht haben? War es an den Lerninhalten seiner Geschwister sehr interessiert?
- War Ihr Einzelkind vor der Schule hauptsächlich mit zugewandten Erwachsenen zusammen, die es intensiv begleitet und gefördert haben?
- Waren die Leistungen Ihres Kindes zu Beginn der Grundschule, in der ersten Klasse, besonders gut und haben sie sich dann im Laufe der Jahre an den Durchschnitt angepasst?
Hatte und hat Ihr Kind beim Lernen von Anfang an intensive Unterstützung von zu Hause, ist immer jemand da, der ihm hilft und Fragen beantworten kann?
Das braucht der Senkrechtstarter Senkrechtstarter haben ihr Wissen und ihre guten Leistungen meist durch eine intensive Förderung von zu Hause mitgebracht. In der Schule sind sie daher ihren Klassenkameraden erst mal ein gutes Stück voraus. Mit der Zeit relativieren sich aber die Leistungen, und auch der Senkrechtstarter wird sich auf ein normales Maß einpendeln. Nun ist er nicht besser oder schlechter als der Durchschnitt der Klasse. An Stelle weiterer intensiver Förderung braucht er nun emotionale Unterstützung. Geben Sie ihm liebevollen Rückhalt und bauen Sie sein Selbstbewusstsein auf. Dann kann er an seine alten Leistungen anknüpfen und aus eigener Kraft gute Erfolge erzielen. 2. Merkmale für den Spätzünder - Ist Ihr Kind im Vergleich zu gleichaltrigen Freunden noch sehr verspielt?
- Hat Ihr Kind Freunde, die in der Regel etwas jünger sind als es selbst?
- Wurde Ihr Kind später eingeschult, hat es eine Vorklasse besucht oder ist es ein Jahr länger im Kindergarten geblieben?
- Ist Ihr Kind sehr anhänglich, traut es sich wenig zu?
- Hat(te) Ihr Kind Schwierigkeiten, sich in der Grundschule einzugewöhnen?
Das braucht der Spätzünder Das deutsche Bildungssystem forciert in jüngster Zeit die frühe Einschulung und erschwert Rückstellungen. Den Spätzünder bringt dies in Bedrängnis, denn er braucht mehr Zeit als die anderen Kinder. Wenn möglich, sollte er erst mit weit über sechs oder sogar sieben Jahren in die Schule kommen, um seine lange verspielte Phase ausleben zu können. Je nach Geburtstag kann sich der starre Einschulungstermin für diese Kinder negativ auswirken. Geduld und Zeit, um sich an die Leistungsanforderungen der Schule zu gewöhnen, helfen dem Spätzünder, sich langsam zu akklimatisieren und sein Arbeitsverhalten zu verbessern. Wird er nicht zu sehr unter Druck gesetzt und kann sich ungestört weiterentwickeln, gelingen ihm spätestens mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule durchaus gute Leistungen. Spätzünder fordern die Geduld ihrer Eltern, die aber dann auch belohnt wird. Manche brauchen den Umweg über die Realschule zum Abitur, um ihr Lernpotenzial später auszuschöpfen. Welche anderen Lerntypen es noch gibt und wie Sie mit diesen richtig umgehen, erfahren Sie in der April-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß", die Sie als Abonnent in unserem Shop herunterladen können.
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