Wenn Ihr Kind nicht das tut, was es soll – sei es im schulischen Bereich oder auch zu Hause –, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Entweder akzeptieren Sie das Fehlverhalten, bestrafen es oder Sie versuchen, mit einer Belohnung eine Verhaltensänderung zu bewirken. Belohnungssysteme in der Erziehung einzusetzen macht Spaß und ist dazu noch sehr erfolgreich. Das klappt auch bei den Hausaufgaben oder bei der Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Damit Sie die gewünschten Erfolge schnell erreichen, sollten Sie unsere folgenden Tipps für richtiges Belohnen beachten.
Belohnungssysteme sind eine positive Form der Verhaltenskorrektur, die von der Grundannahme ausgeht, dass gelobtes Verhalten wiederholt wird. Sie kennen das sicher auch: Wenn Ihre Rede anlässlich eines Jubiläums von allen gelobt wird, sind Sie hoch motiviert, auch künftig bei feierlichen Gelegenheiten diese Aufgabe zu übernehmen. Genauso funktioniert das Belohnungssystem auch bei Ihrem Kind. Sie müssen nun nur noch lernen, in kritischen Situationen nicht das Negative, sondern das Positive zu sehen und zu bestärken. So sieht der Teufelskreis von Kritik und mangelnder Anstrengung aus: Ihr Kind macht einen Fehler (z. B. sind die Rechenaufgaben nur zur Hälfte richtig). Sie kritisieren die Fehler und erwarten, dass die Hausaufgaben neu gemacht werden. Ihr Kind ist frustriert und verspürt keine Motivation weiterzuarbeiten. Seine bisherigen Anstrengungen waren umsonst. - Sein Zutrauen in seine eigenen Fähigkeiten sinkt.
- Mit jeder Kritik schwindet sein Selbstbewusstsein, sodass es bald schon gar keine Lust mehr hat, überhaupt mit den Hausaufgaben zu beginnen.
- Beim Arbeiten denkt es sich: „Ich kann das nicht, ich mache sowieso Fehler.“
- Dadurch strengt es sich gar nicht mehr richtig an und produziert erst recht Fehler. Hier schließt sich der Teufelskreis, denn als Nächstes folgt wiederum Ihre Kritik.
Durchbrechen Sie den TeufelskreisSchauen Sie sich den folgenden Teufelskreis genau an und Sie erkennen leicht, wo und wie das beiderseitige Verhalten zu ändern ist. Wenn Sie das nächste Mal die Hausaufgaben Ihres Kindes überprüfen und Fehler entdecken, sollten Sie sich fragen, was Ihr Kind gut gemacht hat. Teufelskreis Motivationsfalle Kind macht Fehler -> Fehler wird kritisiert -> Kind ist frustriert -> Kind verliert Zutrauen in seine Fähigkeiten -> Selbstbewusstsein schwindet -> Kind strengt sich nicht mehr an
Anstatt nun mit der negativen Kritik anzufangen, können Sie z. B. auch sagen: „Das ist ja prima, wie schnell und konzentriert du deine Hausaufgaben erledigt hast. Da musst du dich ganz schön angestrengt haben. Ich hätte gar nicht gedacht, dass du so schnell arbeiten kannst. In der Eile sind dir ein paar Fehler unterlaufen, siehst du sie? Bitte rechne diese Aufgaben noch mal richtig aus, und dann kannst du spielen gehen.“ Wenn Ihr Kind jetzt zu Recht keine Lust mehr hat, die Hausaufgaben zu korrigieren, dann vereinbaren Sie mit ihm einen Zeitpunkt, an dem sie beendet werden. Lassen Sie es ruhig zwei Stunden mit seinen Freunden spielen, sozusagen als Belohnung für die bereits geleistete Anstrengung, und gestatten Sie ihm, die Hausaufgaben am frühen Abend fertig zu stellen. Mit dieser Reaktion erkennen Sie die Leistungen Ihres Kindes an; das ist motivierend und fördert sein Selbstvertrauen. Sie geben ihm das Gefühl, dass Fehler etwas Normales sind. Sie zu berichtigen, wird für Ihr Kind selbstverständlich, ohne dass es dabei das Zutrauen in seine Fähigkeiten verliert. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß!" bestellen.
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