Wenn ein Kind Angst davor hat, Fehler zu machen, wird es neue Herausforderungen konsequent umgehen. Aus Angst vor dem Versagen vermeidet es, Dinge zu tun oder zu sagen, die falsch sein könnten. Für den Lernprozess ist das wenig hilfreich. Lesen Sie hier, wie der Umgang mit Fehlern Ihr Kind weiterbringt – sowohl in der Schule als auch zu Hause.
Fehler zu machen ist etwas ganz Natürliches, trotzdem haben viele Kinder Angst davor und bringen Fehler ausschließlich mit schlechten Noten oder negativen Reaktionen in Verbindung. Nicht ohne Grund, denn die Ansprüche an Kinder sind hoch. In unseren zunehmenden 1-Kind-Familien lastet der gesamte Erfolgsdruck auf zwei Schultern und verteilt sich nicht mehr auf eine große Kinderschar. Einzelkinder bekommen viel mehr Aufmerksamkeit und werden intensiver gefördert, und die Erwartungen an die Leistungen sind dementsprechend hoch. Für Misserfolge, Schulprobleme, Fehlverhalten und schlechte Noten ist da kein Platz. Viele Kinder spüren oder wissen das und legen großen Wert darauf, Fehler zu vermeiden oder zu leugnen. Was Kinder zum Leugnen bringtLeider gibt es viele Kinder, die sich nicht trauen, Fehler oder Misserfolge zuzugeben. Sie verschweigen schlechte Noten, leugnen eigenes Fehlverhalten, dementieren konsequent. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Meistens ist es: die Angst sich zu blamieren die Angst vor Strafe die Befürchtung als dumm dazustehen die Angst, die eigenen Eltern zu enttäuschen die Sorge, Erwartungen nicht zu erfüllen
Seien Sie Vorbild – 5 Tipps, wie Sie mit Fehlern richtig umgehenNatürlich sind auch Eltern nicht perfekt oder vollkommen und machen ab und zu Fehler. Lassen Sie Ihr Kind das wissen! Verbergen Sie Ihre Fehler nicht vor Ihrem Kind, sondern stehen Sie dazu, auch wenn das unangenehm oder peinlich ist. In Ihrer Vorbildfunktion wird das dazu führen, dass auch Ihr Kind lernt, Fehler einzugestehen, und sie nicht aus Angst oder Scham leugnet. Doch Fehler zugeben ist nicht alles, sie sollten auch wieder ausgebügelt werden. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass das möglich ist, damit es eine normale Einstellung zu Fehlern entwickeln kann. Hat Ihr Kind beispielsweise eine schlechte Klassenarbeit verschwiegen, zeigen Sie Verständnis für sein Verhalten und schimpfen Sie nicht. Vielmehr sollten Sie sich beide für die schlechte Note entschädigen, vielleicht mit einem lustigen Gesellschaftsspiel, und dann einen Plan entwickeln, wie der entsprechende Lernstoff aufgearbeitet werden kann. - Kehren Sie Fehler nicht unter den Tisch, sondern gehen Sie ehrlich und offen damit um.
- Lachen Sie auch ruhig mal über Ihre eigene Ungeschicklichkeit, nehmen Sie Fehler mit Humor.
- Zeigen Sie Ihrem Kind ruhig, wenn Sie sich über einen gemachten Fehler ärgern – und wie der Ärger wieder vergeht.
- Erklären Sie Ihrem Kind, wie es zu dem Fehler gekommen ist.
- Korrigieren Sie den Fehler und entschuldigen Sie sich dafür, wenn jemand dadurch Schaden genommen hat.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob in Ihrer Familie eine positive Fehlerkultur herrscht, können Sie das mit unserer Checkliste überprüfen, die Sie im Downloadbereich von www.lernen-und-foerdern.de unter der Rubrik Tests und Checklisten › Erziehung und Entwicklung mit dem aktuellen Passwort „Weihnachtsstern“ herunterladen können. So helfen Sie Ihrem Kind, Fehler zuzugebenWenn Ihr Kind immer wieder erfährt, dass Fehler keine Katastrophe sind und als etwas Normales eben einfach jedem passieren, wird es nach und nach selbstbewusster damit umgehen. Anstatt sich hinter seinen Fehlern zu verstecken, kann Ihr Kind sie akzeptieren und für einen Lerngewinn nutzen. Doch das geht nur, wenn es im Familienalltag Fehler machen darf. Das Gleiche gilt auch für die Schule und das Lernen. Hier können Sie eine kostenlose Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß" bestellen.
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