Viele Eltern fragen sich, welche beruflichen und sozialen Herausforderungen auf Ihre Kinder zukommen. Da aktuelles Wissen immer rascher veraltet und die Informationsflut Tag für Tag wächst, sind die schulischen Lerninhalte der Elterngeneration nicht mehr zeitgemäß. Lesen Sie hier, welche Kompetenzen Kinder zwischen sechs und 14 Jahren erwerben sollten.
Unsere Kinder wachsen in einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft auf, die nach selbstständig denkenden, selbstbewussten und kreativen Menschen verlangt. Lebenslanges Lernen, individuelle Förderung und eine ganzheitliche Ausbildung sind der beste Grundstein, um diese Anforderungen erfüllen zu können. Daher geht es bei der familiären und schulischen Bildung nur in geringem Maße um die Vermittlung konkreten Wissens. Viel wichtiger ist es, den Kindern aufzuzeigen, wie sie sich Informationen beschaffen und damit arbeiten können. Das Entwickeln von selbstständigen Problemlösungsstrategien ist eine wichtige Fähigkeit, um im Berufsleben bestehen zu können. Doch Ihr Kind braucht noch mehr. 1. Die eigene Persönlichkeit entwickeln Kinder haben ein unterschiedliches Entwicklungstempo, das im Alter von sieben Jahren um mindestens plus/minus eineinhalb Jahre differiert. Je älter die Schülerinnen und Schüler werden, desto mehr vergrößert sich dieser Abstand. Wenn Sie mehr als ein Kind haben, werden Sie diese unterschiedlichen Entwicklungsverläufe sicherlich bereits festgestellt haben. Darüber hinaus haben Sie vielleicht auch erfahren, wie unterschiedlich die Fähigkeiten und Interessen verschiedener Kinder sein können. Diese Vielfalt kindlicher Eigenschaften gilt es zu pflegen und zu fördern, damit aus
jedem Schulkind eine kraftvolle, selbstbewusste und eigenständige Persönlichkeit wird. Lernen funktioniert dann am besten, wenn bereits vorhandenes Wissen aus Neugier und Interesse aufgestockt und erweitert wird. Die Förderung von Hobbys und Interessen Ihres Kindes ist also auf jeden Fall eine sinnvolle Investition in seine Zukunft. Wer sich für ein Thema interessiert, der ist meistens auch anderen Themen gegenüber aufgeschlossen und erweitert sein Spektrum wie von selbst. Kinder müssen die Möglichkeit bekommen herauszufinden, wer sie sind und was ihnen liegt. Sie brauchen Kontakt zu Gleichaltrigen und die Möglichkeit, andere Lebenskonzepte kennen zu lernen, um ihren eigenen Weg zu finden. Manchmal ist dieses Ziel nur über Umwege zu erreichen. Verzweifeln Sie also bitte nicht, wenn Ihr Kind verschiedene Hobbys ausprobiert und auch seinen Freundeskreis öfter mal wechselt. Mein Tipp: Begleiten Sie die Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes sorgfältig und versuchen Sie seine Interessen und Vorlieben positiv zu bestärken. Je mehr Anerkennung es für eigene Leistungen erhält, zum Beispiel für das erste selbst komponierte Lied oder eine kleine selbst erfundene Geschichte, desto mehr wird es Gefallen an der Ausgestaltung seiner Fähigkeiten finden. Wenn die Lernlust erst einmal geweckt ist, gibt es oft kein Halten mehr. Auch die Auswahl der richtigen Schule ist wichtig, denn wenn Kinder hier gebremst oder demotiviert werden, leidet ihre gesamte Lernbereitschaft. Lesen Sie zum Thema Schulformen auch unseren Beitrag in der ersten Ausgabe vom März 2006 „Ist mein Kind auf der richtigen Schule?“ 2. Unverzichtbar: Der sichere Umgang mit neuen MedienSchon die Elterngeneration kommt heute kaum noch an Computern oder dem Internet vorbei, für ihre Kinder sind die neuen Medien mit Sicherheit aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das zuverlässige und schnelle Schreiben mithilfe eines PCs, der sichere Umgang mit dem Internet oder die Verwendung von unterschiedlichster Software sollte Ihr Kind im Laufe seiner Schulzeit unbedingt erlernen. Auch hier geht es nicht um die detaillierte Kenntnis bestimmter Programme, sondern um Grundsätzliches. Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen sollten dazu in der Lage sein, sich in verschiedenste Computerprogramme schnell hineinzudenken und die ihnen zu Grunde liegenden Strukturen zu erkennen. Kommunikation via Internet und Handy, Vernetzungen und weltweiter Informationsaustausch werden künftig nahezu jedes Berufsfeld erreichen. Landwirte arbeiten mit detailgetreuen Wetterprognosen bei Aussaat und Ernte und verlassen sich auf die neueste Technologie bei computergesteuerten Traktoren und Maschinen. Führerscheinprüflinge üben ihre Fahrpraxis an Simulationsprogrammen und lernen die Theorie am PC. Mein Tipp: Bringen Sie Ihrem Kind schon früh spielerisch den sinnvollen Umgang mit dem Computer bei (siehe auch Beitrag „Computer machen klug“ auf Seite 6), indem es Textverarbeitung und E-Mail-Programme zum Schreiben kleiner Briefe nutzt. Vielleicht lässt sich auch eine E-Mail- oder Chat-Freundschaft ins Leben rufen? Drei weitere Kompetenzen für die eigene Wegbereitung Ihres Kindes und zusätzliche Tipps zu diesem Thema finden Sie in der April-Ausgabe von "Lernen und Fördern mit Spaß".
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